Heidelberger Geschichtsverein e.V. HGV

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Götter

Apollon

(griechisch Ἀπόλλων, lateinisch Apollo) in der griechischen und römischen Mythologie der Gott des Lichts, der Heilung, des Frühlings, der sittlichen Reinheit und Mäßigung sowie der Weissagung und der Künste, insbesondere der Musik, der Dichtkunst und des Gesanges. Als Sohn des Zeus und der Göttin Leto gehörte er wie seine Zwillingsschwester Artemis zu den zwölf Hauptgöttern des griechischen Pantheons. Das Heiligtum in Delphi, die bedeutendste Orakelstätte der Antike, war ihm geweiht. Als Freund der Musen ließ Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz sich gerne mit dem griechisch-römischen Gott der Dichtkunst vergleichen. Daher ließ er im Schwetzinger Schloßgarten den Apollotempel errichten. (vgl. Der Pfälzer Apoll. Kurfürst Carl Theodor und die Antike an Rhein und Neckar (Ausstellungskataloge der Winckelmann-Gesellschaft). Ruhpolding 2007? http://www.rutzen-verlag.de/publikationen/katalog15.html) http://de.wikipedia.org/wiki/Apollon

Athene

Braga

Gott der Weisheit, Dichtkunst und Beredsamkeit, Begeisterer der Skalden und Barden. Von ihm hat die Dichtkunst den Namen Bragur. Er ist Odins Sohn, seine Harfe heißt Telyn, seine Gattin ist Iduna. (vgl. Peter Koppenhöfer, Der vergessene Dichter Johann Georg Deeg (1814-1846) und die Heidelberger Zeitschrift „Braga“, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein e. V., Nr. 14 (2010), S. 153-178)

Ceres

altitalische Göttin des pflanzlichen Wachstums (vgl. Zerealien, Demeter)

Charis, pl. Chariten

(gr.) 1. griechische Göttin der Anmut; 2. Titel einer Zeitschrift (Charis. Rheinische Morgenzeitung für gebildete Leser. Mannheim, April 1821-Dezember 1824 http://www.udo-leuschner.de/zeitungsgeschichte/zensur/charis.htm)

Dii Manes

(lat.) „die guten Götter“; die Seelen der Verstorbenen, zu deren Versöhnung das römische Fest der Parentalien gefeiert wurde; vgl. Dis Manibus

Europe

(lat. Europa) minoische Mondgöttin, die Zeus in der Gestalt eines Stieres nach Kreta entführte

Flora

römische Göttin der Blumen und des Blühens in der gesamten Natur

Frigg

nordische Göttin, (ahd. Frîja, langobardisch: Frea), Gemahlin von Odin, gehört zu den Asen. Sie ist die Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft.

Es bestehen viele Parallelen zur Göttin Freya, der Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit, mit der sie in neuzeitlichen Rezeptionen oft gleichgesetzt oder verwechselt wird. Frigg bekleidet jedoch durch ihren Gatten eine zentralere Rolle. In der germanischen Mythologie zeugte Frigga mit Odin die Götter Balder, Hödur, Hermor, Bragi und die Walküren. In Asgard ist Fensal, der Sumpfsaal, als ihr Wohnsitz überliefert. Sie soll die Wolken gewebt haben.

Frigg tritt erstmals in der aus dem 7. Jh. stammenden Origo Gentis Langobardorum und um das Jahr 790 n. Chr. in der Historia Langobardorum des Paulus Diaconus als Frea in Erscheinung. Der früheste Beleg für den althochdeutschen Namen Frîja ist im 10. Jh. im zweiten der Merseburger Zaubersprüche zu finden, die ihren Ursprung jedoch schon in vorchristlicher Zeit haben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Frigg

Gaia

griechische Göttin, die Erde selbst. Schöpferin der Zeit (Chronos), des Raumes (Uranos) sowie aller Vorfahren der Menschen

Harmonia

griechische Göttin des Heilens, des Wissens und der Kreativität. Tochter der Aphrodite und des Ares. (1832 wird das Heidelberger „Bürgerliche Casino“ in „Harmonie-Gesellschaft“ umbenannt)

Helios

Hephaistos, Hephaestus

in der griechischen Mythologie Sohn des Zeus und der Hera, der Gott des Feuers und der Schmiede, entspricht dem römischen Vulcanus. Er gehört zu den zwölf olympischen Gottheiten, den Olympioi. Als Geburtshelfer erwies er sich, als Athene dem Kopf des Zeus entsprang („Hephaistosschlag"). Als Dank soll ihm Zeus Athene als Braut zugedacht haben. Diese verschwand jedoch in dem Moment, als Hephaistos sich mit ihr vereinigen wollte, und der Samen fiel auf die Erde. So wurde Erichthonios, der legendäre Held der Athener, von Gaia geboren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hephaistos

Herakles

Horen

(gr.) Göttinnen der Jahreszeiten

Jupiter

Steffen Blatt, Archäologen machen „gigantischen“ Fund. bei Grabungen in Neuenheim wurde ein Teil einer römischen Jupiter-Gigantensäule entdeckt, in: RNZ, 23. 5. 2007; Renate Ludwig, Einhard Kemmet, Jupiter im Brunnen. Untersuchungen im Nordvicus von Heidelberg, in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2007, S. 129–133; Renate Ludwig, Dem Bildersturm entkommen - die jüngst entdeckte Iupitergigantensäule aus Heidelberg, in: Archäologische Nachrichten aus Baden 76/77, 2008, S. 48f.

Kybele

(gr. Κυβέλη, die Große Göttermutter vom Berg Ida; lat. Mater Deum Magna Ideae, kurz Magna Mater) Göttin, die zusammen mit ihrem Geliebten Attis ursprünglich in Phrygien, später in Griechenland und Rom verehrt wurde. Der Kybele- und Attiskult war bis in die Spätantike – ähnlich wie der Mithraskult – ein im ganzen römischen Reich verbreiteter Mysterienkult. Die Zentren des Kultes im römischen Deutschland waren Mainz, Trier und Köln. Getragen wurde der Kult nicht wie im Fall des Mithraskultes von römischen Legionären, sondern von der einheimischen Zivilbevölkerung, also von Kelten und Germanen. Vermutlich war hier der angestammte Matronenkult der Ausbreitung des Kultes der Großen Mutter förderlich. Kybele trägt meist als Attribut eine Krone in Form einer Stadtmauer auf dem Kopf und wird besonders im 18. Jahrhundert in Schlössern, Klöstern und barocken Gartenanlagen dargestellt. In Zyklen, die die vier Elemente zeigen, verkörpert sie die Erde. http://de.wikipedia.org/wiki/Kybele-_und_Attiskult

Mercurius Cimbrianus, Cimbrius

rechtsrheinischer germanischer/keltischer Gott (vgl. Weiheinschriften auf dem Heiligenberg, vgl. Merkur, vgl. Peter Marzolff, Uwe Gross, Zwischen Merkur und Michael: Der Heiligenberg bei Heidelberg in Völkerwanderungszeit und Frühmittelalter, in: Höhensiedlungen zwischen Antike und Mittelalter. Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Bd. 58, S. 127)

Um 1850 wird in der Michaelsbasilika auf dem Heiligenberg eine Votivtafel für den Gott Mercurius Cimbrius gefunden.

Inschrift eines Votivsteins, 1850 als Baustein nach Handschuhsheim gekommen, 1869 dort entdeckt und der Heidelberger Sammlung einverleibt: Mercurio / Cimbrio [3] / [3]an[3]/i[3]c[3]itu[
http://compute-in.ku-eichstaett.de:8888/pls/epigr/epiergebnis?p_belegstelle=CIL+13%2C+06402&r_sortierung=Belegstelle

Inschrift eines anderen Votivsteins: In h(onoren) d(omus) d(ivinae) deo Mercu/rio Cimbriano ae/dem cum signo / Tettius Perpetu/{i}us Carus v(otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito)
http://compute-in.ku-eichstaett.de:8888/pls/epigr/epiergebnis?p_belegstelle=AE+1921%2C+00052&r_sortierung=Belegstelle

Anfang Juli 1885 findet der Student Wolff auf dem Heiligenberg einen Stein mit römischer Inschrift, die auf ein dem Merkur geweihtes Heiligtum schließen läßt. Die Gemeinde Handschuhsheim schenkt den Stein der Stadt Heidelberg, welche ihn der Altertümersammlung auf dem Schloß einverleibt. 1887 wird der Sockel einer Merkurstatue aus dem 2. Jh. n. Chr. in der Krypta der Michaelskirche auf dem Heiligenberg gefunden.

Am 30. Juni 1920 wird bei Wegearbeiten auf dem äußeren (unteren) Wall am Westhang des Heiligenberg (Hainsbach-Fußweg) ein dem Mercurius cimbrianus geweihter Stein gefunden (Stifter: Tettius Perpetuius Carus, ca. 150 n. Chr., heute im Kurpfälzischen Museum)

http://de.wikipedia.org/wiki/Cimbrianus

(vgl. >Kimbern; vgl. Karl Christ, Hermann Gropengießer, Älteste Geschichte des Heiligenbergs bei Heidelberg und die neu entdeckte Inschrift des Mercurius Cimbrianus, in: Mannheimer Geschichtsblätter 21 (1920), S. 105ff.)

Mercurius Visucius, Visucius

Kombination des keltischen (ostgallischen) Gottes Visucius mit dem römischen Gott Merkur. Visucius wurde vor allem in Gallien und Germanien verehrt. Obwohl in erster Linie mit Merkur assoziiert, wurde er manchmal auch mit dem römischen Gott Mars verbunden. (1764 kommen mehrere römische Fundstücke vom Heiligenberg nach Mannheim in die Altertümersammlung, darunter ein Merkurstein und eine Votivtafel an Mercurius Visucius. Die Votivtafel hat nach Karl Christ 1865, 1869 die Lesung: Visucio aedem cum signo C. Candidius Calpurnianus decurio civium civitatis S. N. et item decurio civium civitatis Nemetum fecit)

Gallisch-germanische Götter, von welchen der Erstere, mit Mercur identificirt, auf einer merkwürdigen, unlängst am Neckar gefundenen Inschrift erscheint.“ (Wilhelm Vollmer, Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 445) http://www.zeno.org/Vollmer-1874/A/Visucius

(Gemeint ist die Votivtafel an Mercurius Visucius vom Heiligenberg bei Heidelberg (Lesung nach Christ 1865, 1869: Visucio aedem cum signo C. Candidius Calpurnianus decurio civium civitatis S. N. et item decurio civium civitatis Nemetum fecit) Sie kam 1764 nach Mannheim in die Altertümersammlung.)

Merkur

1. Mercurius, römischer Gott des Handels, dem Hermes gleichgesetzt; 2. der sonnennächste Planet; 3. Titel von Zeitschriften (Teutsche Merkur, von Wieland gegründet, 1773-1810; Rheinische Merkur, hg. von Görres, 1814-1816)

Ein Figurensockel aus Rotsandstein war in der Frontmauer der St. Michaelskirche auf dem Heiligenberg eingemauert, wurde nach Handschuhsheim verbracht und in die Rathausmauer eingesetzt, kam 1764 nach Mannheim in die Altertümersammlung. (Lesung nach Christ 1865, 1869: Mercurio...basem cum signo Lucius Candidius mercator decurio civitatis...votum solvit lubens laetus merito ("dem Merkurius weiht diese Basis samt Bild Lucius Candidius, Kaufmann und Ratsherr")) (vgl. Karl Christ, Hermann Gropengießer, Älteste Geschichte des Heiligenbergs bei Heidelberg und die neu entdeckte Inschrift des Mercurius Cimbrianus, in: Mannheimer Geschichtsblätter 21 (1920), S. 105ff.; Andreas Hensen, Renate Ludwig, Auf den Spuren römischer Götter- Jupiter, Merkur und Mithras am Heiligenberg, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 2005, S. 15-18)

Im Sommer 1981 entdeckt Dr. Ing. Peter Marzolff (Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie der Universität Heidelberg) unter dem Mittelschiff der Michaelskirche auf dem Heiligenberg ein römisches Heiligtum (Saal mit Apsis, sog. "Merkur-Tempel"). In der Zerstörungsschicht der Tempelapsis wird eine silberne Votiv-Tessera dreier Dedikanten gallo-keltischer Herkunft in Form einer tabula ansata für Mercurius gefunden. (Heute im Kurpfälzischen Museum)



Minerva

Mithras

römische Göttergestalt, Personifizierung der Sonne, im Mithraismus verehrt. Der Name Mithras geht auf den persischen Gott Mitra zurück. Der römische Mithras weist große Unterschiede zum persischen Mitra auf, so daß die beiden trotz der gemeinsamen Ursprünge nicht gleichgesetzt werden können. (Am 23. April 1838 wird in Neuenheim am südwestlichen Hangfuß des Heiligenbergs ein Mithras-Reliefbild gefunden).

(vgl.: Georg Friedrich Creuzer, Das Mithreum von Neuenheim. 1838; Reinhold Merkelbach, Mithras. Ein persisch-römischer Mysterienkult. Weinheim 1974; Andreas Hensen, Der zweite Tempel des Mithras in Neuenheim, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein 8 (2003/04); Andreas Hensen, Das „zweite“ Mithraeum von Heidelberg, in: M. Martens, G. de Boe, Roman Mithraism. The evidence of the small finds. Brüssel 2004, S. 95ff.; Andreas Hensen, Renate Ludwig, Auf den Spuren römischer Götter- Jupiter, Merkur und Mithras am Heiligenberg, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 2005, S. 15-18)

Moloch

(hebr. Melech=“König“). Gott der Ammoniter, dem Kinder geopfert wurden (vgl. 3. Mose 18, 21)

Musen

Neun Töchter des Zeus und der Mnemosyne, Göttinnen der Künste und der Wissenschaften, unter Führung Apolls (Musaget) singend und tanzend dargestellt. Sitz: Helikon, später Parnaß. Tätigkeitsbereiche: Klio (Geschichtsschreibung), Kalliope (Epos), Melpomene (Tragödie), Thalia (Komödie), Urania (Astronomie), Erato (Liebeslied), Euterpe (Lyrik), Terpsichore (Chorische Lyrik, Tanz), Polyhymnia (Hymnendichtung).

Neptun

1. altitalischer Gott des fließenden Wassers, mit >Poseidon gleichgesetzt; 2. der achte der großen Planeten, 1846 entdeckt (>Triton)

Pallas Athene

Phaeton

Pomona

römische Göttin der Obstbäume, Beschützerin der Gärten, Gemahlin des Vertumnus, des Gottes des Wandels und der Jahreszeiten

Sol invictus

Sol ist der römische Sonnengott, bekannt vor allem in seiner späten Erscheinungsform (seit dem 2. Jahrhundert n. Chr.) als Sol Invictus (lat. „der unbesiegte Sonnengott“, oft ungenau übersetzt als „der unbesiegbare Sonnengott“). Sol entspricht zwar dem griechischen Helios, mit dem er auch ikonographisch Übereinstimmungen zeigt, er ist aber nicht aus der griechischen Religion übernommen, sondern einheimischen Ursprungs. Kaiser Aurelianus führte 274 den Kult des Sol invictus ein, dessen Geburtstag auf den 25. Dezember festgesetzt wurde. 333 bestimmt Kaiser Konstantin den 25. Dezember zum Geburtstag Christi. (vgl. Dies natalis soli invicti) (vgl. Martin Wallraff, Christus versus Sol. Sonnenverehrung und Christentum in der Spätantike. Münster 2001)

Urania

Muse der Astronomie, eine der neun Töchter des Zeus und der Mnemosyne, Göttinnen der Künste und der Wissenschaften, unter Führung Apolls (Musaget) singend und tanzend dargestellt. Sitz: Helikon, später Parnaß.

Vertumnus

römischer Gott des Wandels und der Jahreszeiten, als Gärtner mit Früchten dargestellt, Gemahl der Pomona

Schutzgötter und Patrone

Literatur zur Römerzeit

Literatur zur Keltenzeit

Literatur zur Kirchen- und Religionsgeschichte