Heidelberger Geschichtsverein e.V. (HGV)

Zeittafel zur Heidelberger Geschichte 1400-1499

1. Juli 1400: Kurfürst Ruprecht III. (1398-1410) erwirkt von Papst Bonifatius IX. (in der Bulle "motu proprio") die Befreiung der Heiliggeistkapelle aus dem Parochialverband mit St. Peter, erhebt sie zur Stiftskirche mit einem Dekan für die vorgesehene Anzahl von Kanonikern und stattet sie mit 4 (?) Pfründen der Marienkirche zu Neustadt/Hardt aus. Damit wird die Heiliggeist-Kapelle zur kirchenrechtlich selbständigen Pfarrkirche. (vgl. 1. Dezember 1398, 1413, 1418, 1432, 1459)

9. August 1400: Die Universität Heidelberg erhält (bis 1554) zur Sicherung ihrer Einkünfte das Patronat über die Peterskirche.

20. August 1400: die vier rheinischen Kurfürsten (Köln, Mainz, Trier, Rhein) setzen den deutschen König Wenzel wegen Trunksucht und Untätigkeit ab. Bis zu seinem Tod (1419) bleibt er König von Böhmen (vgl. 1393)

21. August 1400: Wahl des Kurfürsten Ruprecht III. von der Pfalz zum deutschen König Ruprecht I. zu Rhense

1400: König Ruprecht I. ernennt den Bischof von Speyer, Raban von Helmstatt (1362-1439), zum Leiter seiner königlichen Kanzlei (diese befindet sich im Bereich des pfalzgräflichen Marstalls zwischen Ketten- und (alter) Heugasse; vgl. 1401)

1400: Diether von Handschuhsheim erhält den Zehnten zu Neckarau, ist Vogt zu Hermsheim

[1400: die Wormser Bürger versagen ihrem Bischof den Gehorsam und vertreiben ihn, worauf dieser Ladenburg zum Bischofssitz erhebt]

um 1400: die vierte Neckarbrücke bei Heidelberg wird durch Eisgang zerstört Abbildung im Thesaurus Palatinus (vgl. 1284, 1308, 1344)

1400-1410: Errichtung des Ruprechtsbau auf dem Schloß (Untergeschoß von Baumeister Madern Gerthener aus Frankfurt)

1401: Raban von Helmstatt, Leiter der königlichen Kanzlei, kauft das Anwesen der Kanzlei ("das große Paradies")

7. März 1401: der Heiratsvertrag zwischen Pfalzgraf Ludwig III. (25), Sohn König Ruprechts I., und Blanca von Lancaster (9), Tochter König Heinrichs IV. von England, wird in London geschlossen

August 1401: König Ruprecht I. läßt sich von seinen Söhnen Ludwig III. und Johann eidlich versichern, in ihren pfalzgräflichen und herzoglichen Landen auch in Zukunft keine Juden aufzunehmen oder zu dulden

1401: König Ruprecht I. verleiht den Freihof Bergheim ("Handschuhsheimer Hof") an Diether von Handschuhsheim (vom Hochwasser weggerissen)

1401: König Ruprecht I. gibt die Schönburg (Oberwesel) den Herren von Schönburg als Reichslehen (vgl. 1391)

25. Oktober 1401: 405 Universitätsangehörige bitten Papst Bonifatius IX. in einem Rotulus um Benefizien

18. Dezember 1401: König Ruprecht I. bricht nach Italien auf, um die Kaiserkrönung zu erlangen. Teilnehmer ist u.a. der Sänger und Dichter Oskar von Wolkenstein (1377-1445) aus dem Pustertal. Winterquartier in Padua. Ohne Erfolg - Rückkehr im April 1402.

[20. Juli 1402: der osmanische Sultan Bayezid I. („der Blitz“, 1360-1403) wird von den Mongolen unter Timur Lenk (Temür ibn Taraghai Barlas, 1336-1405) in der Schlacht bei Angora vernichtend geschlagen und stirbt in Gefangenschaft]


6. Juli 1402: Heirat zwischen Pfalzgraf Ludwig III. (26), Sohn König Ruprechts I., und Blanca von Lancaster (10; †1409), Tochter König Heinrich IV. von England, in Köln

1402: Verpfändung der Stadt Eberbach (Neckar) und der Burgen durch Ruprecht III. von der Pfalz an die Herren von Handschuhsheim und Hirschhorn (Freigabe zur Schleifung 1403, im 15. Jahrhundert dem Verfall überlassen)

1402: König Ruprecht I. stiftet die Kaiserglocke für den Südturm der Stiftskirche zu Neustadt an der Hardt

[Dezember 1402: Gründung der Universität Würzburg (1413 erloschen, 1582 neu gegründet)]

23. Juni 1403: die Artistenfakultät der Universität Heidelberg beschließt zu Beginn des Dekanats von Wilhelm von Epfenbach, ein Fakultätssiegel, ein Szepter und ein Signet anzuschaffen

1403: König Ruprecht I. belehnt den Apotheker Johannes Schönthal mit dem „Steinhaus gegen den heiligen Geist über an dem Markt zu Heidelberg, das man nennet des Vitztums Hausund den entsprechenden Privilegien („Hofapotheke“, Hauptstraße/Apothekergasse; vgl. 1696)

1403: die Herren von Hirschhorn werden von Mainz und Pfalz mit der Zwingenburg (Neckar) belehnt

1403: die ausländischen, vornehmlich deutschen Professoren der Karls-Universität in Prag überstimmen den Antrag der Reformer, die Lehre John Wyclifs auf der Universität zu verbreiten. Sie werden als ketzerisch verurteilt. Die Reformer bedrängen den böhmischen König, bis er 1409 die Veränderung durchführt.


1. Oktober 1404: Papst Bonifatius IX. stirbt (vgl. 15. Oktober 1389)


1404: der letzte Strahlenberger, Hans von Strahlenberg, Sohn des Siegfried von Strahlenberg, stirbt

17. Juli 1405: der Schultheiß leistet in Gegenwart aller Doktoren und Magister der Universität sowie von 7 Stadträten den Eid auf die Einhaltung der Universitätsprivilegien

22. Dezember 1405: Pfalzgraf Ruprecht III. verleiht die Münze zu Heidelberg auf vier Jahre an Hans Mergentheimer („Er darf einen cleynen silberin pfennig schlagen mit unserm zeichen und wapen, wie wir yme dann die forme in dem ysen geben in der grosse als ein Strasspurger pfennig itzund ist, nach korn off zale und werunge, also das ein gemyschet marcke silbers haben sal acht lod mynre ein quintin fins silbers, und sal die offzale sin dry und drissig pfennige off das lote...“)

1. Mai (?) 1406: Der von Artistenfakultät und Universität als Magister aufgenommene Hieronymus von Prag äußert sich in einer Lehrveranstaltung gegen lebende und verstorbene Doktoren und Magister anmaßend und abwertend. Gegenüber fünf Magistern gibt er nach zweitägiger Diskussion irrige Auffassungen in der schriftlichen Darlegung der von ihm vertretenen Lehrmeinung zu, weigert sich aber, diese dem Dekan vor Verlassen der Unterrichtsräume auszuhändigen. Dem Vorwurf, unter anderem gewisse Logiker als häretisch bezeichnet zu haben, begegnet er mit der Behauptung, dies nur in Köln ausgesprochen zu haben. Trotz seines Ausschlusses aus der Artistenfakultät kündigt er eine öffentliche Verteidigung seiner Auffassung an, worauf das Rektorat jegliche Teilnahme an solchen Veranstaltungen untersagt.

12. Juni 1406: Studentenkrieg. Blutiger Streit des Adels und der Bürger mit den Studenten, durch das Einschreiten des Kurfürsten beigelegt (vgl. 1422)

1406: Irmel Knebel von Katzenelnbogen heiratet den Sohn des Heidelberger Vogtes Swicker von Sickingen, Reinhard von Sickingen, Pfandherrn von Neudenau, Amtmann von Lauterburg und Vogt in Heidelberg (vgl. 1095, 1245, 1496)

Juni-Oktober 1407: Pest in Heidelberg. Der größte Teil der Studenten und Lehrkräfte verläßt die Stadt. Der Friedhof von St. Peter wird erweitert.

14. Oktober 1407: König Ruprecht I. besteigt den Thron Karl des Großen in Aachen

1407: der Theologe Konrad von Soltau, seit 1387 Professor der theologischen Fakultät der Universität Heidelberg, dann Bischof von Verden, stirbt

1408: Erscheinen der Heidelberger Postillen über die Probleme eines Konzils

1408: König Ruprecht I. erlaubt den Heidelbergern, ein Brückengeld zur Instandhaltung der Neckarbrücke zu erheben

[1408: Pfalzgraf Stefan (1385–1459), Sohn Königs Ruprechts I., wird vom Bischof von Speyer und Reichskanzler Raban von Helmstatt († 1439) mit Burg und Stadt Kreuznach belehnt, weil Simon III. von Sponheim-Kreuznach († 1414) das Lehen nicht rechtzeitig „gemutet“ hatte. Stefan von der Pfalz kann sich nicht gegen die Sponheimer durchsetzen, weil Kreuznach kein Speyrer Lehen ist]

[1408: Buda wird zur ungarischen Hauptstadt]

18. Januar 1409: mit dem Kuttenberger Dekret (Dekret Kutnohorský) verändert der böhmische König Václav IV. das Stimmenverhältnis in den Gremien der Karls-Universität in Prag. Hatten seit der Gründung 1348 die Nationes der Böhmen, Bayern, Sachsen, Polen je eine Stimme, so bekommen nun die Böhmen drei Stimmen zugeteilt, während die anderen zusammen nur eine erhalten. König Václav führt an, dass (bisher) „die deutsche Natio, die überhaupt keine Bürgerrechte im böhmischen Königreich hat, in verschiedenen Angelegenheiten der Hochschullehre in Prag drei Stimmen ausüben kann...“ und „...dass das böhmische Volk des Königreichs rechtlicher Erbe, sich freuen darf über die Ausübung einer Stimme…“. Er befiehlt dann, den Böhmen als einheimischer Völkergruppe drei Stimmen zuzusprechen, und den Ausländern (Deutschen) nur eine. Damit soll der Einfluss der Ausländer eingegrenzt werden. Václav IV. will sich so die Unterstützung der Universität sichern, um beim Konzil von Pisa möglichst die Kaiserschaft von Ruprecht von der Pfalz zurückzuerlangen. An diesem Dekret ist auch maßgeblich der böhmische Reformator Hieronymus von Prag beteiligt. Infolgedessen verlassen viele ausländische Gelehrte (80 % des akademischen Personals) und Studenten, vor allem Deutsche, die Universität. Etliche von ihnen gehen nach Leipzig, wo sie die dortige Universität (Artistenfakultät) gründen. So verliert die Karlsuniversität ihre bisherige Bedeutung in Europa. Jan Hus wird kurz darauf Rektor der Hochschule und löst Johannes Hoffmann von Schweidnitz ab. (vgl. 20. August 1400, 1403)

[25. März (5. Juni?) 1409: das Konzil von Pisa setzt zwei Päpste ab. Benedikt XIII. und Gregor XII. werden als „überführte Schismatiker“, notorische Häretiker, schuldig des Meineids und gebrochener Versprechen, die der katholischen Kirche zum Skandal geworden seien, bezeichnet. Sie seien damit unwürdig, weiter das Amt des Papstes auszuüben, und all ihre Anordnungen und Dekrete seien null und nichtig. Der Heilige Stuhl wurde für vakant erklärt und alle Gläubigen der Treue und des Gehorsams gegenüber dem einen wie dem anderen Papst losgesprochen.

22. Mai 1409: Kurfürstin Blanca von Lancaster, Tochter König Heinrichs IV. von England und Gemahlin Pfalzgraf Ludwigs III. (17), stirbt an Fieber (begraben in der Stiftskirche Neustadt/Hardt)

[26. Juni 1409: das Konzil von Pisa wählt den Franziskaner Kardinal Pietro Philargi zum Papst (Alexander V., †1410). Die beiden bislang amtierenden Päpste treten nicht von ihren Herrschaftsansprüchen ab. Nunmehr gibt es drei Päpste gleichzeitig]

1. Juli 1409: zweiter Heidelberger Goldmünztag

1409: die Adelsfamilie Ingram verkauft ihren Gutshof in Wieblingen an Johannes Kirchen, Jurist in Diensten König Ruprechts

1409: König Ruprecht I. stiftet die bis 1411 errichtete Sakristei am Speyerer Dom

[1409: Graf Eberhard III. von Württemberg erwirbt die burgundische Grafschaft Mömpelgard]

18. Mai 1410: König Ruprecht I. stirbt auf der Reichsburg Oppenheim ("Landskron") und wird zu Heiliggeist in der Chormitte vor dem Hochaltar begraben - Teilung der Pfalz unter seine vier Söhne in vier Linien: Heidelberg-Kurpfalz (Ludwig), Pfalz-Neumarkt (Oberpfalz) (Johann), Zweibrücken-Simmern (Stephan) und Pfalz-Mosbach (Otto I.), von denen die Linien Mosbach und Neuburg noch im 15. Jahrhundert aussterben. Die pfälzischen Stammlande und die Kur gehen auf den ältesten Sohn Ludwig III. über. Bei der pfälzischen Landesteilung fällt die Kellerei Wersau mit all ihrem Besitz und die Burg Steinsberg an die Linie Pfalz-Mosbach. Pfalzgraf Otto I., jüngster Sohn von König Ruprecht, erhebt Mosbach zu seiner Residenz. (Zur Pfalzgrafschaft Mosbach gehören unter anderem Güter am Neckar, im Kraichgau, an der Bergstraße sowie nach dem Tod von Ottos Bruder Johann große Gebiete um Neumarkt in der Oberpfalz, von wo aus Otto II. Pfalz-Mosbach und Pfalz-Neumarkt hauptsächlich regiert. Die Linie Pfalz-Mosbach erlischt1499, das Territorium fällt zurück an die Kurlinie.)

[15. Juli 1410: das Heer des Deutschen Ordens wird durch die vereinigten Polen und Litauer bei Zalgiris (Grunwald/Tannenberg) vernichtend geschlagen]

20. September 1410: die Kurfürsten von Trier, Pfalz und Brandenburg wählen den Luxemburger König Sigismund von Ungarn zum römisch-deutschen König (-1437)

1410: der Chor der Heiliggeistkirche wird fertiggestellt (Langhaus 1410-1441)

1410: Baldassare Cossa wird als Nachfolger von Alexander V. zum Papst gewählt (Johannes XXIII., Dreier-Schisma)

1410: die Stadt Annweiler mit dem Trifels kommen an Pfalz-Zweibrücken

[1410-1413: St. Andrews, die erste schottische Universität, wird gegründet]

1410-1436: Kurfürst Ludwig III. (der Bärtige) von der Pfalz (1378-1436)

26. Juli 1411: Elisabeth von Hohenzollern, Frau des Kurfürst Ruprecht III., stirbt und wird in der Chormitte vor dem Hochaltar zu Heiliggeist begraben. - Der Kirchenschatz (Reliquien, darunter ein Splitter vom Kreuz Christi) wird vom Schloß in den Chor der Heiliggeistkirche übertragen.

[1411: Berufung des Nürnberger Burggrafen Friedrich VI. von Hohenzollern zum obersten Verweser und Hauptmann der Mark Brandenburg]

1412: Pestepidemie in Heidelberg (?)

1412: Ulrich Salzkorn, Burggraf von Alzey, und seine Ehefrau machen testamentarisch eine Stiftung für ersame hausarme menschen von den Innvonern zu Heidelberg, die des dann aller notdurfftigst sein, d.h. für ortsansässige Hilfsbedürftige (früheste Erwähnung einer derartigen Stiftung)

1413: Kurfürst Ludwig III. wandelt die Heiliggeistkirche zu einem weltlichen Kollegiatstift um und vereinigt sie mit der Universität. Seitdem verfügt die Universität über dreizehn Lehrstühle, je drei in der theologischen und juristischen Fakultät, einen in der medizinischen und sechs in der artistischen Fakultät. Damit ist die finanzielle Ausstattung der Universität weitgehend abgeschlossen (vgl. 1400, 1432)

[1413: Sultan Mehmed I. (1389-1421) stellt nach dem Interregnum (seit 1402) die osmanische Herrschaft wieder her]


7. September 1414: König Sigismund wird auf dem Weg zum Konstanzer Konzil in der Heiliggeistkirche feierlich begrüßt - Das Alte Rathaus (Kaufhaus/Tanzhaus in der Haspelgasse) wird erstmals erwähnt

5. November 1414-22. April 1418: Konzil von Konstanz, einberufen von Gegenpapst Johannes XXIII. auf Betreiben des römisch-deutschen Königs Sigismund. Gastgeber: Fürstbischof Otto III. von Hachberg. Aufgaben: Wiedervereinigung der Kirche, Verbesserung, Beseitigung der Ketzerei. Absetzung dreier Päpste. Als Stellvertreter des Königs und Reichsrichter besitzt Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz die richterliche und polizeiliche Gewalt über das Konzil.

20/21. März 1415: Baldassare Cossa (Papst Johannes XXIII.) flieht aus Konstanz über Schaffhausen nach Freiburg

29. April (?) 1415: König Sigismund läßt Baldassare Cossa (Papst Johannes XXIII.) in Freiburg/Breisgau gefangen nehmen und befiehlt dem Reichsvikar und Reichsrichter Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz, diesen bis zur Wahl eines neuen Papstes zu inhaftieren

[30. April 1415: König Sigismund überläßt auf dem Konstanzer Konzil Friedrich VI. von Zollern, Burggrafen von Nürnberg, seit 1411 Landesverweser der Mark Brandenburg, für eine hohe Pfandsumme die markgräfliche und (seit 1417 kurfürstliche) Würde in der Mark Brandenburg (Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg). Beginn der Herrschaft der Hohenzollern in der Mark bzw. Preußen]



beginnt die über 500-jährige Hohenzollernherrschaft in Berlin. 1415 wird er durch König Sigismund auf dem Konstanzer Konzil als Friedrich I. zum Kurfürsten und Markgrafen von Brandenburg berufen.



29. Mai 1415: Baldassare Cossa (Papst Johannes XXIII.) wird vom Konzil abgesetzt und von Kaiser Sigismund dem Reichsvikar und Reichsrichter Kurfürst Ludwig III. als Gefangener übergeben. Er verwahrt ihn in Heidelberg (im „alten Affen“ oder im Schloß?). http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/gesch/Gesch_Erg/Johannes_XXIII.htm

[4. Juli 1415: Papst Gregor XII. dankt ab]

6. Juli 1415: Kurfürst Ludwig III. vollzieht die Verbrennung des tschechischen Reformators Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil. Dies löst die Hussitenkriege aus (30. Juli 1419-1436 in Franken, Böhmen, Österreich, Ungarn, Bayern, Sachsen, Schlesien, Brandenburg)

[25. Oktober 1415 (Tag des Heiligen Crispian): Schlacht von Azincourt (Bataille d’Azincourt, Battle of Agincourt) bei Arras. Die Truppen von König Heinrich V. von England kämpfen gegen das Heer von König Karl VI. von Frankreich und der Armagnacs. Einer der größten militärischen Siege der Engländer über die Franzosen während des Hundertjährigen Kriegs]

30. Mai 1416: Hieronymus von Prag wird in Konstanz verbrannt (vgl. 1406)

Sommer 1416: der resignierte und gefangene Baldassare Cossa (Papst Johannes XXIII.) wird von Heidelberg in die Burg Eichelsheim bei Mannheim verbracht

1416: Johann von Hirschhorn verpfändet Aglasterhausen an Kurpfalz


1416-1817: Nikolaus Cryfftz aus Kues an der Mosel (Nikolaus Krebs, Cusanus, 1401-1464) studiert in Heidelberg an der Artistenfakultät, geht dann nach Padua zum Studium des Kirchenrechts

1417: das Kloster Schönau erbaut ein Kornhaus am Neckar bei Ziegelhausen (vgl. 1596, 1615, 1675, 1707, 1733)

[26. Juli 1417: Papst Benedikt XIII. (Avignon) wird für abgesetzt erklärt]

[11. November 1417: das Konzil in Konstanz wählt Kardinal Oddo Colonna als Papst Martin V. († 1431), der die Anerkennung der ganzen Kirche des Westens erlangt. Ende des großen abendländischen Schismas]

[1417: der Balkan kommt unter osmanische Herrschaft]

[1417 stirbt mit Gräfin Elisabeth von Sponheim-Kreuznach die vordere Linie des Hauses Sponheim aus. Sie teilt die Grafschaft in ihrem Testament zwischen der Kurpfalz (1/5) und der Grafschaft Sponheim-Starkenburg (4/5) auf. Ein Meister Hans aus Heidelberg begleitet Kurfürst Ludwig III. nach Kreuznach und vollendet möglicherweise den Chor der dortigen Wörthkirche]

1418: Stiftung eines 13. Kanonikats für die Dechantenstelle an Heiliggeist

1418: die Schenken von Erbach verkaufen den Kirchensatz in Wieblingen, den sie seit 1224 innehaben, dem Pfalzgraf Ludwig III. (vgl. 1420)

[1418: der Seefahrer João Gonçalves Zarco entdeckt Madeira (wieder)]

Frühjahr 1419: der resignierte und seit 1415 gefangene Baldassare Cossa (Papst Johannes XXIII.) wird gegen ein Lösegeld von 30.000 Dukaten vom Pfalzgrafen freigegeben. Er trifft am 23. April 1419 in Basel ein. Er wirft sich dem neuen Papst zu Füßen, der ihn zum Kardinalbischof von Tusculum ernennt (†1419).

[22. Juli 1419: Abschlusspredigt der Großen Versammlung der Hussiten endet vor 42.000 Anhängern auf dem Burkovák bei Nemějice (danach als Tábor bezeichnet)]

[30. Juli 1419: (erster) Fenstersturz zu Prag. Ein Steinwurf aus dem Neustädter Rathaus trifft einen Prediger der Hussiten. Der Burghauptmann Jan Žižka läßt das Gebäude stürmen und zehn (?) tschechische katholische Schöffen aus dem Fenster werfen, wo sie von den aufgebrachten Massen aufgespießt werden.

[16. August 1419: König Wenzel IV. von Böhmen, 1378-1400 deutscher König, stirbt in Schloß Wenzelstein]

[22./27. Dezember 1419: Baldassare Cossa (Papst Johannes XXIII.) stirbt in Florenz (Grabmal von Donatello im Baptisterium von Florenz, Inschrift: Ioannes quondam papa XXIII.]

1419: Hermann Heilmann aus Heidelsheim wird Rektor der Universität Heidelberg

1419: Mechthild von der Pfalz wird in Heidelberg geboren

[1419: Gründung der Universität Rostock]

1420: Kurfürst Ludwig III. überträgt den Kirchensatz in Wieblingen dem Heidelberger Heiliggeiststift (vgl. 1418)

1420: Kurfürst Ludwig III. unterstützt seinen Schwager, König Heinrich V. von England, bei dessen Feldzug in Frankreich mit 15.000 Mann und trägt zur Eroberung von Melun bei

1420: Herzog Ludwig der Gebartete läßt am Osthang des Stadtberges von Neuburg/Donau ein gotisches Schloß errichten. Damit wird die Stadt Nebenresidenz der bayerischen Herzöge (vgl. 1505)

[März 1420: Papst Martin V. ruft die Christenheit zum Krieg gegen die Hussiten auf. Beginn der Hussitenkriege]

9. April 1420: Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz bestätigt die Anordnung der Universität, dass das gegenüber dem Barfüßerkloster gelegene Haus, das ihr von Magister Wilhelm von Deventer, Lehrer der Arzneikunde, vermacht worden war, und das der Kurfürst in Stand setzte, auf ewige Zeiten zur Aufbesserung der Pfründe im Heiliggeiststift die Wohnung des Lehrers der Medizin sein solle http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/barth72?ui_lang=ger

[1420: 4 Prager Artikel der Aufständischen in Böhmen fordern die Freiheit für die Predigt, die Freiheit für den Kelch, die Freiheit von säkularer Kirchenherrschaft, die Freiheit von ungerechter weltlicher Herrschaft]

25. April 1421: Weiprecht II. von Helmstatt (*1369), verh. mit Elisabeth von Handschuhsheim, Kanzler König Ruprechts, stirbt

1421: erfolgloser Feldzug des Kurfürsten Ludwig III. gegen die Hussiten

1421: Kurfürst Ludwig III. bestimmt, daß in der im Bau befindlichen Stiftskirche zum Heiligen Geist die Bücher der drei oberen Fakultäten aufgestellt werden. Sie sollen den Stiftsangehörigen, Magistern und Studenten jederzeit zugänglich sein (vgl. 1413, 1436, 1438)

[1421: Herzog Philipp der Gute von Burgund gründet die Universität Dôle in der Freigrafschaft]

1422: Studentenkrieg in Heidelberg (vgl. 1406)

um 1422: Gründung des Frauenhauses (Große Mantelgasse; vgl. 1441) http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~u91/galerie/hd_uebung/Frauenhaus/index.htm

[1422: die Schenken von Erbach erlangen die Reichsstandschaft]

[1422: Belagerung Konstantinopels durch die Türken]

1423: Kurfürst Ludwig III. erwirbt den Hof der Adelsfamilie Swende in Weinheim (vgl. 1537)

[1423: Graf Hugo V. von Montfort-Bregenz stirbt in Bruck an der Mur]

[11. Oktober 1424: Jan Žižka fällt während der Belagerung der Burg Pribislau. Andreas Prokop übernimmt die Führung der Hussiten]

[1424: der persische Mathematiker Jamshid Masud Al-Kashi berechnet die Kreiszahl pi ("Ludolphsche Zahl") auf 16 Dezimalstellen]

Januar 1425: der ehemalige Priester Johannes von Drändorf wird in Heilbronn auf Veranlassung des Pfalzgrafen Ludwig III. gefangengesetzt. Der Bischof von Würzburg verfügt Drändorfs Überführung nach Heidelberg und seine Aburteilung durch den Bischof von Worms und mehrere Heidelberger Professoren (Johannes von Frankfurt, Nikolaus Magni, Konrad von Soest, Job Vener) im Haus des Speyerer Bischofs. Er bekennt sich als Anhänger der utraquistischen Lehre und wird zum Tode verurteilt.

17. Februar 1425: nach Verhör und Folter wird Johannes Drändorf wegen angeblicher Verbindung zu den Hussiten vor den Toren Heidelbergs verbrannt

1425: Gerhard von Hohenkirchen verfaßt in Heidelberg einen Kanon des Medizinstudiums auf der Grundlage der Lehrgedichte über Puls und Harnschau, sowie der Abhandlungen von Hippokrates, Galen und ihrer arabischen Kollegen.

1425: die Obrigkeit und die Herrschaft über Umstadt werden von den Kurfürsten von der Pfalz und den Grafen von Hanau gemeinsam ausgeübt

[1425: Gründung der Universität Leuven/Brabant]

Oktober 1426: „Pest“ in Heidelberg

14. Oktober 1426: den Mitgliedern der Universität Heidelberg wird erstmals gestattet, während einer Seuche in Heidelberg nach einem davon verschonten Ort (Worms, Heilbronn) überzusiedeln

18. November 1426: Schultheiß und Gemeinde von Handschuhsheim sprechen ein Weistum (Feststellung geltenden Rechts) über die Grenzen der Vogtei Schauenburg (siehe auch 1399)

1426: das Heidelberger Franziskanerkloster wird als erstes in Süddeutschland reformiert (=der strengen Observanz zugeführt)

1426: erste Erwähnung des Eisernen Pfahl am Brückenturm im Neckar

1426: ein Heidelberger Student, der in der Nähe des Festungswalles des Schlosses von Soldaten abgefaßt wird, wird als Spion standrechtlich gehenkt. Der Kurfürst drückt sein Bedauern über den Vorfall aus und befiehlt, bei schwerer Strafe dürfe nicht mehr darüber gesprochen werden.

1426/27: Kurfürst Ludwig III. unternimmt eine Pilgerfahrt ins Heilige Land (über Venedig)

19. Februar 1427: Kurfürst Ludwig III. kommt als kranker Mann nach Heidelberg zurück (†30. Dezember 1436)


1427: die1350 erstmals erwähnte Feste Schwetzingen kommt in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III.


[1427: Portugiesen entdecken die Azoren]

1429-1452: Agnes Ulner von Dippurg (Dieburg) Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters Neuburg

[1429: Jeanne d`Arc befreit Orléans von englischer Belagerung und führt Karl VII. nach Reims zur Krönung als König von Frankreich]

[1429-1439: der Kölner Architekt Johannes Hültz setzt dem Nordturm des Straßburger Münster ein Oktogon auf]

um 1430: Legende des Punker von Rohrbach https://de.wikisource.org/wiki/Puncker_von_Rohrbach

23. August 1430: Kurfürst Ludwig III. stiftet in Schlierbach in der Aue die Laurentiuskapelle (geweiht dem Erlöser, der Maria und dem hl. Laurentius) und das Gutleuthaus in Schlierbach (letzteres 1741 aufgehoben, 1880 abgebrannt)

1430: Herzog Philipp der Gute von Burgund stiftet den Orden vom Goldenen Vließ   (Träger u.a.: Pfalzgraf Philipp der Streitbare (1532), Kurfürst Carl Theodor)

[1430: die Türken besetzen das venezianische Saloniki]

1431: Kurfürst Ludwig III. läßt westlich der Heiliggeistkirche ein großes Stiftsgebäude (Kapitelhaus und Amtswohnung des Dekans, Kanzlei und Archiv) errichten

Sommersemester 1431: der spätere Humanist Petrus Luder (*um 1415 in Kislau, †1472) immatrikuliert sich in Heidelberg (vgl. 14. Juli 1456)

2. Juli 1431: Schlacht von Bulgnéville um die Erbfolge im Herzogtum Lothringen. Philipp von Ingelheim und Heinrich V. von Handschuhsheim fallen im Lothringer Streit

Winter 1431/32: einer der kältesten und längsten in Europa. Beginn von Hungersnot und Teuerung.

20. November 1431: alle Flüsse Nordeuropas, auch weite Teile des Bodensees und der Ostsee frieren zu. Wölfe laufen übers Eis von Norwegen nach Dänemark.

6. Januar-22. Februar 1432: die Lagune von Venedig kann mit dem Wagen überquert werden

[1431: Niederlage eine Kreuzzugheeres gegen die Hussiten bei Taus]

[1431: Jeanne d`Arc als Hexe in Rouen verbrannt]

[1431/1432: Bauerntumulte in der Gegend von Worms]

[1431-1449: Konzil von Basel]

29. Mai 1432: die Universität Heidelberg verbietet ihren Angehörigen, ohne Erlaubnis des Rektors am Montag der Bittwoche den Rolloß in Handschuhsheim (Bußprozession auf den Allerheiligenberg) zu besuchen; gleichzeitig wird verboten, die Kirchweihen innerhalb einer Meile im Umkreis von Heidelberg zu besuchen (Verbote 1441 und 1454 wiederholt)

1432: Die Kirche von Heiliggeist wird mit 12 Pfründen ausgestattet, die mit 14 Hochschullehrern besetzt werden. Damit ist die Grundfinanzierung der Universität Heidelberg zunächst abgeschlossen (siehe 1398, 1413)

1432: die beiden Ortsherren von Kitrchheim erlassen ein Weistum (Dorfordnung), welches in Zukunft an allen vier ungebotenen Gerichtstagen im Jahr gewiesen werden soll

[31. Mai 1433: König Sigismund von Ungarn in Rom zum Kaiser gekrönt]

21. September 1433: ein Teilkontingent des hussitischen Belagerungsheeres, das zum Fouragieren in die Oberpfalz eingedrungen war, wird von dem wesentlich kleineren Heer des Pfalzgrafen Johann von Pfalz-Neumarkt („Hussitengeißel“) bei Hiltersried vernichtend geschlagen

[30. November 1433: den Hussiten wird in den Prager Kompaktaten zwischen den böhmischen Ständen und dem Konzil von Basel (Compactata religionis, Basler Kompaktaten) der Laienkelch zugestanden]

[1433: Nikolaus von Kues (Cusanus, 1401-1464) zeigt in De concordantia catholica erstmals mit philologischen Argumenten, daß die Konstantinische Schenkung, eine angebliche Urkunde Kaiser Konstantins des Großen, die als Grundlage für den Kirchenstaat diente und bisher von niemandem angezweifelt worden war, eine Fälschung ist]

[30. Mai 1434: die Taboriten werden in der Schlacht von Lipany von den Katholiken und den Utraquisten vernichtend besiegt]

[23. September 1434: Schlacht bei Brüx. Die mit den Polen verbündeten Hussiten erleiden eine schwere Niederlage gegen Kaiser Sigismund, Friedrich II. und Heinrich von Schwarzburg]

[1434: die Herrschaft in Florenz geht an die Medici über]

26. Mai 1435: Heinrich IX. von Schwarzburg verkauft die Pfandschaft Gelnhausen je zur Hälfte an Reinhard II. von Hanau und Pfalzgraf Ludwig III. von der Pfalz, die die Stadt fortan als Kondominium regieren (bis 1746)

1435: Pfalzgraf Ludwig III. und sein Sohn Ludwig stiften ein Kloster bei Schlierbach (nicht verwirklicht)

24. März 1436: Kurfürst Ludwig III. vermacht der Universität seine Bibliothek (152 Bücher). Er legt damit den Grundstock für die „Bibliotheca Palatina“.

30. Dezember 1436: Kurfürst Ludwig III. stirbt in Heidelberg

1436: Elisabeth, Tochter Ludwigs III., Schwester Friedrichs des Siegreichen, tritt in das Franziskanerinnenkloster in Besançon ein

1436: dem Heidelberger Wappen wird der Dreiberg hinzugefügt. Seitdem ist das Wappen unverändert

1436-1449: Kurfürst Ludwig IV. Er ist, als sein Vater Ludwig III. stirbt, 12 Jahre alt. Bis 1445 regiert als Vormund sein Onkels, Pfalzgraf Otto I. von Pfalz-Mosbach.

November 1437: Pest in Heidelberg

[1437: Kaiser Sigismund stirbt. Damit erlischt das luxemburgische Haus im Mannesstamm. Nachfolger als Kaiser: Albrecht II. von Habsburg (bis 1439)]

14. Mai 1438: Kurfürstin Mechtild (Mathilde) von Savoyen, zweite Gemahlin des Kurfürst Ludwig III., stirbt (Grabstein in der Heiliggeistkirche)

[20. Oktober 1438: Raban von Helmstatt (1362/1439) tritt vom Amt des Speyerer Bischofs zurück, das Reinhard von Helmstatt (†1456) einnimmt]

17. Dezember 1438: Gemäß dem Testament Kurfürst Ludwigs III. von 1421 nimmt die Universität Heidelberg seine Bibliothek (155 Handschriften) in Empfang. Sie wird auf den Emporen der Heiliggeistkirche zur Benutzung für die Professoren (nicht Studenten) aller Fakultäten aufgestellt (vgl. 1413, 1436)

[17. September 1439: das Basler Konzil setzt Papst Eugen IV. ab - Verkündigung des Dogmas, daß Maria ohne Erbsünde geboren sei]

[5. November 1439: das Basler Konzil wählt Herzog Amadeus VIII. von Savoyen zum Gegenpapst ("Felix V.", am 24. Juli 1440 in Basel gekrönt)]

1439: Heidelberger allgemeine Landschatzung (Registrum exaccionis, Steuerschätzung, älteste Steuerliste und damit Einwohnerverzeichnis Heidelbergs). Danach hat Heidelberg etwa 5500 Einwohner. Steuerpflichtig sind 642 Bürger und Bürgerinnen, darunter 129 Weingärtner. Auch die Neuenheimer sind dazu gerechnet. (Mannheim hat etwa 500 Einwohner)

1439-1445: die Armagnaken (französische Söldnerbanden) marodieren am Oberrhein (vgl. 1444)

April 1440: der Wittelsbacher Christoph von Pfalz-Neumarkt (*26. Februar 1416 Neumarkt/Oberpfalz-5. Januar 1448 Helsingborg, Sohn Herzog Johanns von Pfalz-Neumarkt und Katharinas von Pommern-Stolp) wird als Christoph III. von Bayern König von Dänemark ("Christoffer af Bayern"), ab 1441 König von Schweden ("Kristofer av Bayern"), ab 1442 König von Norwegen ("Kristoffer av Bayern") und Herrscher über Island ("Kristófer af Bæjaralandi")

1440: Kondominat der Markgrafschaft Baden mit Kurpfalz in der Grafschaft Sponheim/Hunsrück

1440: die ersten Zigeuner tauchen in der hiesigen Gegend auf (aus Speyer vertrieben)

1440: ein Haus „vor dem oberen Tor bei St. Jakob“ wird im Besitz von Peter Lucket erwähnt (nach 1648 von Johann Friedrich von Landas (†1676, geheimer Rat, Hofmarschall, Faut des Oberamts Heidelberg) erworben)

[1440: der Abt von Bursfelde, Johannes Hagen, gründet die Bursfelder Kongregation, eine Vereinigung von Benediktinerklöstern, 1803 aufgehoben (vgl. 1478)]

[1440-1450: Alter Zürichkrieg (Toggenburger Erbschaftskrieg) zwischen Zürich und der restlichen VII-örtigen Eidgenossenschaft. Durch das Bündnis Zürichs mit König Friedrich III. von Habsburg erhält der Krieg überregionale Dimensionen. Unmittelbarer Kriegsanlass ist der Streit zwischen Zürich, Schwyz und Glarus um die Erbschaft der Grafen von Toggenburg]

[1440-1493: Friedrich III. von Habsburg römisch-deutscher König] [Frédéric de Habsbourg devient maître du Saint-Empire romain germanique]

1441: Revision der Universitätsstatuten (u.a. zur Regelung des Frauenhaus-Besuchs der Studenten) (vgl. 1422) http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~u91/galerie/hd_uebung/Frauenhaus/index.htm

2. August 1441-1445: im Garten des Artistenkollegiums (zwischen Heugasse und Augustinergasse) wird ein neuer Bibliotheksbau errichtet. Im Untergeschoß ist die Bibliothek der Artisten, im oberen Stock die der drei oberen Fakultäten. Zur Aufstellung und Sicherung werden Ketten an den Büchern angebracht.

September 1441: Christoph von Pfalz-Neumarkt (1416-1448) wird als Christoph III. König von Schweden

um 1441: Fertigstellung des Langhauses der Heiliggeistkirche. Vereinigung mit dem Chor (Abbruch der Scheidemauer zum Langhaus) (vgl. 1508, 1544)

[1441: König Heinrich VI. von England läßt das King´s College in Cambridge bauen. - Prinz Heinrich der Seefahrer führt erstmals schwarze Sklaven aus Afrika in Europa ein]

1442: der Dekan Heisso Krewel vermacht den Hof „ze Berhelden“ dem Heiliggeiststift (erste Erwähnung des Bierhelder Hof)

1442: Bischof Friedrich II. von Domeneck (Domneck, 1385-1445, kurpfälzischer Rat, Domdekan, 1426-1445 Fürstbischof von Worms) erwirbt den Wormser Bischofshof (heute Hauptstraße 110)

Juli 1442: Christoph von Pfalz-Neumarkt (26. Februar 1416-5. Januar 1448 Helsingborg) wird als Christoph III. König von Norwegen

1. Januar 1443: Christoph von Pfalz-Neumarkt wird zum „Erzkönig“ der dänischen Reiche gekrönt

20. Dezember 1443-23. Juni 1444: Adolf II. von Nassau (Adolf von Nassau-Wiesbaden-Idstein, 1423-1475) ist Ehrenrektor der Universität Heidelberg (vgl. 1462)

1443-1446: in der Werkstatt Diebold Lauber zu Hagenau entsteht eine Handschrift des 1200-1210 entstandenen Parzival des Wolfram von Eschenbach (heute: Universitätsbibliothek Heidelberg: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg339i)

1444: neue Statuten der Universität Heidelberg. Der Rektor soll bei Abwesenheit von acht Tagen einen Vizerektor einsetzen. An der Universität gibt es nur einen einzigen Doktor der Medizin.

1444: Herzog Gerhard V. von Jülich und Berg stiftet nach dem Sieg über den geldrischen Herzog Arnold von Egmond bei Linnich (bei Heinsberg) am Hubertustag den Sankt-Hubertus-Ritterorden (1708 von Kurfürst Johann Wilhelm erneuert, 1808 von König Max Joseph von Bayern bestätigt; höchster Orden des pfälzischen Hauses)

1444: Burg und Land der Grafen von Veldenz fallen durch Vermählung Annas, der einzigen Erbin Friedrichs III. von Veldenz, mit Stefan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken, an den Grafen von Pfalz-Zweibrücken (vgl. 1455). Die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken residieren anfangs in Meisenheim, verlegen ihren Hauptwohnsitz jedoch bald nach Zweibrücken.

[1444: die Türken besiegen die Christen bei Varna und sichern sich den Besitz der Walachei, Moldawiens und Transsylvaniens – Cosimo de´ Medici gründet in Florenz die (erste nachantike öffentliche) Bibliothek von San Marco]

[1443–1452: von Leone Battista Alberti (1404-1472) entsteht in Rom De re aedificatoria (Lehrbuch über das Bauwesen, in klassischem Latein geschrieben)]

1444/1445: Kurfürst Ludwig IV. von der Pfalz wehrt als Reichshauptmann Angriffe der Armagnaken im Elsaß ab (vgl. 1439)

Frühjahr 1445: Kurfürst Ludwig IV. von der Pfalz schlägt die Armagnaken in der Schlacht von Illkirch

1. Mai 1445: Bischof Friedrich II. von Domeneck (Domneck, *1385, kurpfälzischer Rat, Domdekan, 1426 Fürstbischof von Worms) stirbt in Heidelberg

[1445-1482: Reinhard von Sickingen Bischof von Worms]

12. September 1445: Heirat von Christoph von Pfalz-Neumarkt, „Erzkönig“ der dänischen Reiche, mit Dorothea, Tochter des Markgrafen Johann von Brandenburg, im Kopenhagener Schloss

18. Oktober 1445: Kurfürst Ludwig IV. heiratet in Heidelberg die Prinzessin Margarethe von Savoyen, Tochter des Herzogs Amadeus VIII. von Savoyen (am 5. November 1439 vom Basler Konzil zum Gegenpapst gewählt) und seiner Gattin Prinzessin Marie von Burgund

1446: vor den Toren von Heidelberg werden 8 Frauen als Hexen verbrannt

[1446: erster nachweisbarer datierter Kupferstich, anonym]

1447: Pfalzgraf Friedrich I. (“der Siegreiche”, 1425-1476) belagert in einer Fehde gegen Richard von Hohenburg die im Besitz der Hohenburger befindliche Klein Wasigenstein ("Neue Burg") und nimmt sie ein. Friedrich I. behält ein Viertel der Burg für sich, den übrigen Teil gibt er als Lehen an die Familie von Sickingen. (1464 vom Bischof von Speyer, Johannes II. Nix von Hoheneck, eingenommen)(vgl. 1482)

1448: an der Kirche zu Heiligkreuzsteinach erscheint für die Gegend um Heidelberg erstmals eine Jahreszahl in arabischen Ziffern (vgl. 1466)

[1448: Stjepan Vukčić Kosača, der letzte Landesherr der Hercegowina, nimmt den Herzogstitel an]

[1448: ein Konkordat für die natio germanica wird zwischen Papst Nikolaus V. und Kaiser Friedrich III. abgeschlossen. Diese Vereinbarung bildet bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches eine der Grundlagen für die Kirche im Reich. Sie regelt die päpstlichen Rechte etwa bei der Vergabe von Pfründen, bei der Besetzung kirchlicher Stellen oder die Zahlung von Geldern an die Kurie]

13. August 1449: Kurfürst Ludwig IV. von der Pfalz (24) stirbt in Worms (begraben im Chor der Heiliggeistkirche Heidelberg)

1449-1476: Pfalzgraf Friedrich I.der Siegreiche” (“Pfälzer Fritz”, 1425-1476). Friedrich übernimmt 1449 die Vormundschaft über seinen Neffen, Ludwigs IV. unmündigen Sohn Philipp, und tritt die Regentschaft in der Pfalzgrafschaft an. - Heidelberg wird eine Hochburg des Frühhumanismus. Humanisten wie Johannes Wildenhertz und Peter Luder ziehen an den Neckar.

1450: Bligger XIV. Landschad von Steinach wird Marschall des Pfalzgrafen Friedrich I. (vgl. 1473)

[um 1450: Jean Gilles Gobelin erfindet „Gemälde mit gefärbten Wollfäden“]

1451: Pfalzgraf Friedrich I. adoptiert sein Mündel Philipp. Zur Sicherung von dessen Erbrecht gelobt Friedrich, sich nicht zu verehelichen und keine Nachkommen zu zeugen (vgl. 1472)

1452: Pfalzgraf Friedrich I. erklärt sich mit Zustimmung der pfälzischen Landstände zum Kurfürsten. Kaiser Friedrich III. stimmt der Thronfolgeregelung nicht zu.

29. Mai 1452: Kurfürst Friedrich I. erläßt eine Reform der Universitätsstatuten. Sie beinhaltet die Neuordnung der Pfründen sowie die Einrichtung der ersten Professur für weltliches Recht. Als Wendepunkt gilt die Beendigung des 'Wegestreites' innerhalb der Lehre: Via antiqua (Realismus) und via moderna (Nominalismus) werden nebeneinander zugelassen, um die Frequenz der Studenten zu steigern. Jeder, der die Neuerungen nicht anerkennt, habe Heidelberg sofort zu verlassen.

1452: Einverleibung der Grafschaft Lützelstein in die Kurpfalz

1452: Conrad von Helmstatt-Frauenberg kurpfälzischer Vogt in Heidelberg

1452: Agnes Ulner von Dippurg (Dieburg) Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters Neuburg, stirbt [Grabplatte vor der Kirche]

[1452: Friedrich III. von Habsburg wird als letzter römisch-deutscher Kaiser vom Papst in Rom gekrönt]

[1452: De dignitate et excellentia hominis des Florentiner Humanisten Giannozzo Manetti erscheint]

[29. Mai 1453: der osmanische Sultan Mehmed II. Fatih („der Eroberer“, 1430-1481) erobert Konstantinopel an der Spitze eines etwa 80.000 Mann starken Belagerungsheeres und macht es zur neuen Hauptstadt des Osmanischen Reiches. (Verteidiger: Kaiser Konstantin XI.) Ende des Byzantinischen Reiches. Die Flucht der griechischen Gelehrten aus Konstantinopel bringt die Kenntnis griechischer Quellen in den Westen und beeinflußt stark die Renaissance]

[19. Oktober 1453: mit der Kapitulation von Bordeaux endet der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich. Die Normandie mit Ausnahme von Calais und der Kanalinseln fällt an Frankreich]

1454: Kurfürst Friedrich I. unterwirft sich die Oberpfalz (vgl. 1513)

[1454: Schaffhausen schließt sich der Eidgenossenschaft an]

1455: Kurfürst Friedrich I. erzwingt militärisch die Anerkennung der kurpfälzischen Lehnshoheit über Herzog Ludwig von Veldenz (vgl. 1444, 4. Juli 1460)

1455: Hans Antoni Schultheiß von Handschuhsheim

[1455: Johannes Gutenberg druckt die 42zeilige Bibel]

[1455: im Kloster Hersfeld wird die Germania des Tacitus entdeckt]

24. Juni 1456: Heidelberger Studenten besteigen den Allerheiligenberg, um den Kometen zu sehen

1456: Kurfürst Friedrich I. ernennt Petrus Luder (*um 1415 in Kislau, †1472) zum Lehrer für klassische Sprachen und Literatur an der Universität Heidelberg (bis 1460)

14. Juli 1456: der Humanist Petrus Luder hält seine erste Vorlesung in Heidelberg

[22. Juli 1456: Johann Hunyadi besiegt die Türken in der Schlacht bei Nándorfehérvár (heute Belgrad)]

[5. Dezember 1456: Erdbeben zerstört Neapel, 30.000-40.000 Tote]

1456: Contz Dietz Schultheiß von Handschuhsheim

[1456: Gründung der Universität Greifswald (viertälteste durchgängig bestehende Universität Deutschlands, zweitälteste im Ostseeraum; durch die wechselnde territoriale Zugehörigkeit Vorpommerns zeitweilig älteste Hochschule Schwedens (1648–1815) und Preußens (1815–1947)]

1457: die kurfürstliche Kanzlei bezieht ein eigenes Gebäude beim Augustinerkloster (zwischen Augustinergasse und Heugasse; siehe 1462, 1466)

um 1457: die Bruderschaft zu unserer lieben Frauen wird gegründet (vgl. 1521)

[1457: die Druckerei von Johann Fust und Peter Schöffer veröffentlicht in Mainz das Psalterium Moguntinum, das erste Buch mit voller Angabe der Druckfirma]

[1457: Gründung der Universität Freiburg/Breisgau]

11. Februar 1458: Lobrede von Petrus Luder auf Kurfürst Friedrich den Siegreichen in der Universität Heidelberg

[1458: der italienische Humanist Enea Silvio Piccolomini (1405-1464) wird zum Papst (Pius II.) gewählt]

[1458: Hermann von Sachsenheim (*1365 Sachsenheim bei Ludwigsburg, urk. 1392) „der letzte Minnesänger“, stirbt]

Weihnachten 1458: Kurfürst Friedrich I. zelebriert ein Hoffest mit größter Prachtentfaltung vor hochrangigem Publikum

[1458: Matthias Corvinus (Hunyadi Mátyás, 1443-1490) bis 1490 König von Ungarn und Kroatien]

[1458(-1471): der tschechische Utraquist Georg von Podiebrad von den Ständen zum König von Böhmen gewählt, der erste nicht-katholische König Europas seit der Christianisierung]

1459: am Heiliggeiststift werden zwei weitere Kanonikate (jetzt 15) zur Versorgung emeritierter Professoren der Theologie und Jurisprudenz eingerichtet

1459-1463: Mainzer Stiftsfehde (Badisch-Pfälzischer Krieg), kriegerischer Konflikt um den Stuhl des Mainzer Erzbischofs (vgl. 1460)

1459: Diether II. von Isenburg wird mit knapper Mehrheit vor Adolf II. von Nassau (Adolf von Nassau-Wiesbaden-Idstein, 1423-1475) zum Erzbischof von Mainz gewählt, jedoch nie von Papst Pius II. bestätigt

1459: Kurfürst Friedrich I. trifft die Sängerin und Hoffräulein Klara Dett, Tochter des Christoph Dett (Tett) aus Augsburg, am Herzogshof München (vgl. 1472)

[1459: Markgraf Karl I. von Baden bittet Papst Pius II. um Genehmigung einer Universität in Pforzheim]

[1459: Cosimo de´ Medici gründet die Platonische Akademie in Florenz (vgl. 1444)]

1460: der Humanist Petrus Luder, Lehrer für klassische Sprachen und Literatur an der Universität Heidelberg, geht nach Erfurt

[1460: Gründung der Universität Basel]

1460-1463: Bergsträßer Fehde (Schauenburger Fehde, Mainzer Stiftsfehde) Zu Beginn werden Neuhausen bei Worms und das Cyriakusstift von dem thüringischen Grafen Sigmund von Gleichen, Oberbefehlshaber des Mainzer Bischofs Diether von Isenburg, angegriffen und völlig zerstört. Kirche und Stiftsgebäude brennen nieder, Söldner plündern die Kirche, stehlen die Monstranz und brechen die bleierne Lade auf, in welcher der Leib des hl. Cyriakus liegt. Die Reliquien zerstreuen sie auf dem Fußboden. Dort werden sie von den Stiftsherren wieder aufgesammelt und feierlich in den Wormser Dom verbracht.

3. April 1460 [Gründonnerstag]: Besetzung, Plünderung und Verbrennung der Dörfer Handschuhsheim und Dossenheim durch Engelhard von Neipperg, Vogt des Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz. Der Turm von St. Vitus (Handschuhsheim) stürzt westseitig ein (vgl. 1483). Plünderung und Zerstörung der Klöster St. Michael und St. Stephan auf dem Heiligenberg.

16. April 1460: Kurfürst Friedrich I. zieht vor die Schauenburg bei Dossenheim

20. April 1460 [Quasimodogeniti]: die Schauenburg ergibt sich nach fünftägiger Belagerung und wird geschleift

4. Juli 1460: Kurfürst Friedrich I. schlägt bei Pfeddersheim das Heer des Mainzer Erzbischofs Diether von Isenburg, des Pfalzgrafen Ludwig von Zweibrücken-Veldenz, des Landgrafen von Hessen. der Grafen von Leiningen und des Grafen Ulrich V. von Württemberg

18. Juli 1460: Gernsheimer Friedensvertrag: der Mainzer Erzbischof Dieter von Isenburg verpfändet das Amt Schauenburg mit Lorsch, Bensheim und Heppenheim an die Kurpfalz. Handschuhsheim, Neuenheim, Dossenheim und Heiligenberg fallen an Kurpfalz. (vgl. 24. September 1650)

1460: Kurfürst Friedrich I. veranlaßt die Rückkehr des Konvents des Nonnen-Klosters Neuburg zur benediktinischen Observanz (vgl. 1303, 1478, 1526, 1562)

21. August 1461: der Mainzer Erzbischof Diether von Isenburg wird durch den Papst gebannt und abgesetzt. Der Papst ernennt Adolf II. von Nassau (Adolf von Nassau-Wiesbaden-Idstein, 1423-1475) zum Mainzer Erzbischof. Adolf verbündet sich mit dem Trierer Erzbischof Johann II. von Baden, dem Bischof Georg von Metz, dem Bischof Johann von Speyer und Graf Ulrich V. von Württemberg. (vgl. 1475)

1462: der Trutzkaiser („nüwen thorn“) wird von Kurfürst Friedrich I. gegen Kaiser Friedrich III. von Habsburg am Gaisberg erbaut (vgl. 1620) http://trutzkaiser.elmartino.de/

1462-1463: Pfälzer Fehde (Badisch-Pfälzischer Krieg, vgl. 1459). Krieg Württembergs, Badens, des Bistums Metz, Brandenburgs, Nassaus, Kurtriers gegen die Pfalz. Graf Ulrich V. (der Vielgeliebte) von Württemberg, Markgraf Karl I. von Baden und dessen Bruder, der Bischof Georg von Metz, verwüsten pfälzische Orte links und rechts des Rheins, darunter Kirchheim. - Adolf II. von Nassau glaubt, daß sich Kurfürst Friedrich I. mit seinen Truppen in Bayern aufhält. Badener und Württemberger marschieren von Bretten her mit 8000 Mann in die Pfalz ein. Die bischöflichen Truppen kommen von Speyer her über den Rhein bis Seckenheim. Kurfürst Friedrich I. verlegt ihnen den Rückzug und schlägt sie am 30. Juni 1462 bei Seckenheim. („Hut Pfaltzgraff vnd nymmer mee!“). Markgraf Karl von Baden und Bischof Georg von Metz werden verwundet und gemeinsam mit Grafen Ulrich von Württemberg und anderen Adligen gefangen genommen. Bischof Johann von Speyer kann fliehen. Der Sieg bei Seckenheim bringt Friedrich den Beinamen „der Siegreiche“ ein. Friedrich I. läßt die Gefangenen auf das Heidelberger Schloß bringen und sie dort bei harter Kost in Ketten legen, bis sie bereit sind, die geforderten Lösegeldzahlungen zu leisten. Markgraf Karl von Baden muß 25.000 Gulden zahlen, Sponheim als Pfand abgegeben und Pforzheim zum pfälzischen Lehen erklären. Bischof Georg von Metz muß 45.000 Gulden zahlen. Graf Ulrich V. von Württemberg muß, um seine Freilassung zu erreichen, 1463 Stadt und Amt Marbach in ein pfälzisches Lehen umwandeln. (Erst 1504, durch den Erfolg Herzog Ulrichs im Landshuter Erbfolgekrieg, wird dies wieder rückgängig gemacht.) (vgl. 4. Juli 1460)

http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/%7Ejv8/archiv/mahl_zu_heidelberg.htm (Information zu den handelnden Personen und Literaturhinweise)

Das Mahl zu Heidelberg

16./21. August 1462: die kurfürstliche Kanzlei (Augustinergasse/Heugasse) verbrennt, „darin viel nützliche Brief und andere Sachen“(vgl. 1689)

28. Oktober 1462: Adolf II. von Nassau überfällt mit 500 Soldaten die Stadt Mainz und nimmt sie in Besitz (Mordnacht zu Mainz, Flucht der Drucker)

1462?: Kurfürst Friedrich erläßt eine Hofgerichtsordnung. Einsetzung eines ständigen Hofgerichts.

1463: Wahl von Kurfürst Friedrichs jüngeren Bruders Ruprecht zum Erzbischof von Köln

1463: Geburt des Sohnes Ludwig von Kurfürst Friedrich und Klara Dett, Stammvater der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim (vgl. 1472)

[1463: Külsheimer Fehde]

23. Juni 1464?: Grundsteinlegung der kurfürstlichen Kanzlei am Burgweg (Kanzleigasse 1; vgl. 1462, 1561)

[11. August 1464: der Kirchenpolitiker und Philosoph Nicolaus Cusanus (Nikolaus Krebs von Kues) stirbt in Todi/Umbrien]

1464: erstmals wird ein zentgrefen zu Leymheim ("Leimener Zentgraf") genannt (vgl. 1468)

[1464: das Haus Cirksena wird mit der Reichsgrafschaft Ostfriesland belehnt (1744 verliert die Grafschaft ihre Selbstständigkeit innerhalb des Heiligen Römischen Reichs und gehört fortan zu Preußen)]

1465: Kurfürst Friedrich I. schenkt Klara Dett den Bremeneckgarten

1465: der Wolfsbrunnen bei Heidelberg wird als "Haus des Wolfskreisers" erstmals genannt

1465: Kurfürst Friedrich I. gibt der Stadt Heidelberg eine neue Stadtordnung („Der von Heidelberg Freiheit“, 63 Artikel)

1466: die Universität beschließt aufgrund von Mißständen in der Bücherverwaltung die Erstellung von zwei gleichlautenden Bibliothekskatalogen, die auch als Akzessionsverzeichnisse dienen sollen. Die Universität besitzt etwa 1.600 Werke in 841 Bänden.

1466: Bau des Sickinger Hofs in der Hauptstraße (Neubau 1703-1707)

1466: an dem Scheitelstein des Spitzbogentors, das vom Dachboden der evangelischen Kirche zu Haag auf den Turm führt, erscheint für Heidelberg und Umgebung erstmals eine Jahreszahl in arabischen Ziffern (vgl. 1448)

[1466: Johannes Mentelin druckt in Straßburg die Übersetzung der lateinischen Bibel ins Frühneuhochdeutsche ("Mentelin-Bibel", deutsche Ausgabe der Vulgata des Hieronymus). Sie ist die erste gedruckte deutsche Bibel und die erste in einer Volkssprache gedruckte Bibel überhaupt]

21. September 1467: erster deutscher Schach-Wettkampf in Heidelberg zwischen der Heidelberger Gesellschaft des Schaffzabelspiels und den Nördlinger Schachfreunden (?)

1467: die Heidelberger Schloßkapelle wird eingeweiht

um 1467: Michael Beheim aus Sülzbach findet eine Zufluchtsstätte am Hof Kurfürst Friedrichs I. Hier benutzt er die von dem Kaplan Matthias von Kemnat wenig früher verfaßte Prosachronik von den Taten des Kurfürsten zu einem umfassenden strophischen Gedicht auf Friedrich, das diesen „in niederer Schmeichelei als den edelsten und tapfersten Helden aller Zeiten feiert“ (Meyers Konversationslexikon 1888-1890) (vgl. 1471/1474)

[1467-1468: Mühlhäuser und Waldshuter Krieg]

1468: erstmals wird die zent zu Kirchen ("Kirchheimer Zent") erwähnt (vgl.1464)

um 1468: Albertus Medelein, Vikar des Heiliggeiststifts, Stifter des Reichen Spitals, stirbt und wird daselbst begraben

[3. Februar 1468: Johannes Gutenberg stirbt in Mainz]

[1469: Ferdinand, Erbe der Krone Aragons, heiratet seine Cousine Isabel, Erbin von Kastilien]

[1469: Matthias Corvinus (Hunyadi Mátyás, 1443-1490) König von Ungarn und Kroatien, wird in Olmütz von der katholischen Partei zum (Gegen-)König von Böhmen gewählt]

2. März 1470: die (5.) Heidelberger Neckarbrücke und die Flußmühlen werden durch Eisgang zerstört. Danach wird die 6. (sog. Münster-Brücke, erste bildlich überlieferte Brücke) erbaut

Mai 1470: Simon von Balshofen, Vogt des Kurfürsten Friedrich I., belagert die dem Pfalzgraf Ludwig von Veldenz-Zweibrücken gehörende Strahlenburg. Nach acht Tagen wird die Burg eingenommen. Die Besatzung wird gefangen genommen. 16 Verteidiger werden, weil sie Pfälzer sind, im Kanzelbach ertränkt. Die Burg wird von den Siegern in Brand gesteckt und die Verteidigungsanlagen niedergerissen. Daraufhin verliert Schriesheim seine Stadtrechte und wird pfälzisches Dorf.

um 1470: westlich der St. Vituskirche in Handschuhsheim wird ein Nonnenkloster der Augustiner Chorfrauen (die „Klaus) gegründet (1575 aufgehoben, 1579 Bau des Waisenhauses)

um 1470: der Wasserburg Schwetzingen wird in der Nordostecke des Innenhofs eine steinerne Kemenate zugefügt

[um 1470: Reinhard von Sickingen, Bischof von Worms, läßt die Sebastianskapelle und den Bischofshof in Ladenburg umbauen]

1470-1472: Weißenburger Fehde zwischen Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz und Kaiser Friedrich III. Kurpfalz verbündet sich mit der Abtei gegen die Stadt Weißenburg, Kurfürst Friedrich I. zerstört die Stadt.

[25. Juli 1471: der Augustiner-Chorherr, Mystiker und Schriftsteller Thomas a Kempis (* um 1380 in Kempen als Thomas Hemerken, "De imitatione Christi") stirbt im Kloster Agnetenberg bei Zwolle]

1471: Pfistermühle erstmals erwähnt (Lauerstraße 1-7, 1824 durch Hochwasser zerstört)

1471: Heidelberger Apothekenordnung

1471: Kurfürst Friedrich I. zerstört Burg und Stadtbefestigung Dürkheim. Der Ort büßt die Stadtrechte ein.

1471: das Lehnsbuch des Kurfürst Friedrich I. entsteht

1471/1474: Pfälzische Reimchronik des Michel Beheim erscheint http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg335 (vgl. 1467)

[1471: „Reichstag“ von Regensburg: Verbot, Rechtsansprüche durch Fehden zu verfechten (siehe 1485)]

16. März 1472: Kurfürst Friedrich I. sagt dem Grafen Bartholomäus aus Klein-Egypten (Zigeuner) sicheres Geleit zu

1472: Kurfürst Friedrich I. geht mit Klara Dett eine morganatische Ehe ein

16. Dezember 1472: die Stadt Heidelberg kauft das Haus zum Stern am Marktplatz, um daraus ein Rathaus zu machen (um 1600 umgebaut, 1689/93 zerstört)

1472: Eröffnung der kurfürstlichen Kanzlei am Burgweg (Kanzleigasse 1; vgl. 1462, 1464, 1561)

1472: in Heidelberg erscheint der Schwabenspiegel (ältester datierter Heidelberger Druck?, vgl. 1485)

[1472: Ludwig der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut, gründet die Universität Ingolstadt als erste Universität des Herzogtums Bayern (1800 nach Landshut verlegt)]

[1472: Engländer gründen an der nigerianischen Küste den Handelsstützpunkt Lagos]

1472/73: Kurfürst Friedrich I. gründet eine höfische Sängerei („Capelley“; Sängermeister: Johann von Soest; vgl. 1480)

1473: Bligger XIV. Landschad von Steinach wird oberster Hofbeamter des Pfalzgrafen Friedrich I. (vgl. 1450, 1481)

1473: Alexander Bellendörfer tritt in kurpfälzische Dienste und wird Vormund der Söhne Friedrich des Siegreichen und der Klara Dett

1473: extrem heißes und trockenes Jahr

[1473: Gründung der Universität Trier]

[1473: Reformbulle Papst Sixtus IV.]

[1473: Ausbau der Via Mala am Splügenpaß]

16. Oktober 1474: Friedrich, ältester Sohn Kurfürst Friedrich I., stirbt (begraben in der Franziskanerkirche)

1474: Kurfürst Friedrich I. schlichtet zwischen Gemeinde und Stadtrat Heidelberg

1474. neben dem Stadtrat gibt es einen „kleinen Rat“ (Ausschuß der Bürgerschaft von 6 Mitgliedern, unter ihnen die zwei Bürgermeister)

1474: Pfalzgraf Philipp heiratet Margarethe von Landshut-Bayern, die Schwester Ludwig des Reichen, Herzog von Bayern-Landshut, mit der er 14 Kinder hat

27. Mai 1474: „Reichstag“ zu Augsburg: Das kaiserliche Hofgericht erklärt Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz (wegen der Weißenburger Fehde) in die Reichsacht

1475: Erdbeben

1475: Dieter V. von Handschuhsheim baut in Ladenburg einen Hof (Handschuhsheimer Hof, 1561-69 umgebaut)

[1475: in Augsburg erscheinen mit der Zainer- und der Pflanzmann-Bibel zwei illustrierte deutsche Bibelausgaben]


29. Februar 1476: Reformierung des Augustiner-Eremiten-Klosters durch Kurfürst Friedrich I.

1476: das Dominikanerkloster, eine Stiftung Kurfürst Friedrichs I., wird in der Vorstadt errichtet (1551 in ein Spital umgewandelt, 1861 zerstört)

1476: Bauernaufstand des Pfeifer von Niklashausen/Franken (Hans Böhm)

12. Dezember 1476: Kurfürst Friedrich I. der Siegreiche stirbt und wird im Büßergewand in der Franziskanerkirche Heidelberg beigesetzt (Grabmal 1693 von Soldaten im französischen Dienst zerstört, sterbliche Reste jetzt in der Jesuitenkirche)

1476-1508: Kurfürst Philipp (der Aufrichtige)

[1476: der ungarische König Matthias I. Corvinus (1443-1490) heiratet Beatrix von Aragón (Blütezeit der Bibliotheca Corviniana)]

[1476: William Caxton errichtet die erste Druckerpresse in England in Westminster]

[1476/77: Gründung der Universität Mainz]

[1477: Gründung der Universität Tübingen]

[19. August 1477: Maria (†1482), Tochter Karls des Kühnen von Burgund, heiratet in Gent Maximilian von Österreich]

[1478: Ludwig von Helmstatt besteigt den fürstbischöflichen Stuhl zu Speyer]

[1478: Papst Sixtus IV. veranlaßt die Einrichtung der spanischen Inquisition. Erster Großinquisitor wird Tomás de Torquemada, Beichtvater der Königin Isabela von Kastilien - Bauernaufstand in Kärnten - Der Moskauer Großfürst Ivan III. inkorporiert Novgorod]

1478-1480: der Lorscher Prämonstratenserpropst Eberhard von Wasen läßt den Lorscher Codex neu binden und vermutlich auch restaurieren

1478-1500: Margarethe Folin von Irmtraut Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters Neuburg. Reformen der Benediktiner (Bursfelder Kongregation), Wiederherstellung der Klostergebäude (Bauinschriften von 1480 und 1491) (vgl. 1526, 1562)

1479: die Lorscher Bibliothek kommt nach Ladenburg (siehe 1548)

8. März 1480: Aufführung der lateinischen Komödie Stylpho von Jakob Wimpfeling im Artistenkolleg (erste nachweisbare Heidelberger Theateraufführung)

1480: Sängermeister Johann von Soest übersetzt im Auftrag Kurfürst Philipps das ritterliche Romanepos Die Kinder von Limburg aus dem Flämischen (heute: Universitätsbibliothek Heidelberg http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg87)

1480: Kurfürst Philipp der Aufrichtige belehnt Ritter Hans von Trotha († 26. Oktober 1503 auf Burg Berwartstein, 1485 Marschall der Kurfürsten von der Pfalz), mit zwei Burgen im Wasgau zu erblichem Lehen: Berwartstein „samt allem Zugehör“ sowie Grafendahn.


1480: in der Heiliggeistkirche wird ein St.-Barbara-Altar erwähnt


[1480-1481: Streitkräfte des Osmanischen Reiches erobern die Stadt Otranto (Apulien). Sie wird von den Osmanen wieder geräumt]

1480-1482: Der Bischof und Kurator der Universität Heidelberg Johann von Dalberg zieht Rudolf Agricola, Konrad Celtis, Johannes Reuchlin, Trithemius und andere humanistische Vaganten, die an der noch eng scholastisch orientierten Universität nicht lehren dürfen, in sein Haus (Wormser Hof, heute Hauptstraße 110)

[1480: erste Buchmesse in Frankfurt]

[10. März 1481: die Ausschreibung der„Türkensteuerliste“ zur Ermittlung und Erhebung der Türkensteuer im Reich zur Finanzierung der Türkenkriege erfolgt erstmals. Sie unterliegt der Verwendung durch die Reichsstände]

29. August 1481: zwei Turniere unter Beteiligung von Pfalzgraf Philipp, Herzog Georg, Markgraf Friedrich von Brandenburg und Markgraf Albrecht von Baden

1481-1483: Bligger XIV. Landschad von Steinach erbaut die spätgotische Kirche in Steinach (heute evangelisch)

9. Dezember 1482: der spätere Kurfürst Friedrich II. wird auf Burg Winzingen bei Neustadt/Haardt geboren. Seine Mutter hatte sich wegen der Pest in Heidelberg auf die Burg geflüchtet.

1482: die Abtei Ellwangen verkauft die Propstei Wiesenbach an das Kloster Schönau

1482: an der Universität Heidelberg wird durch päpstliche Genehmigung ein zweiter medizinischer Lehrstuhl geschaffen (vgl. 1522)

1482: Pfalzgraf Johann von Simmern verpfändet die Ebernburg an Schweickhardt von Sickingen (vgl. 1448) (1750 und 1771 wieder an Kurpfalz abgetreten)

Januar 1483: an der Universität Heidelberg wird Georgius Helmstetter dioc. Wormaciensis (angeblich Johann Georg Faust) immatrikuliert (am 1. März 1487 zum Lizentiaten promoviert, hält sich bis zum Frühjahr 1489 in Heidelberg auf) http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Georg_Faust

23./27. März 1483: Margarethe von Franckenstein, Frau des Diether von Handschuhsheim (†1487), stirbt und wird bei den Barfüßern in Heidelberg begraben

Pfingsten 1483: Jakob Wimpfeling hält vor den Mitgliedern der Universität Heidelberg eine Rede über den  heiligen Geist (vgl. Reinhard Düchting (Hg.), Jacobi Vimpfelingii Schletstattensis Theosophi Oratorio de sancto spiritu. Heidelberg 2007)

1483: großes Turnier für den rheinischen Adel und den Adel des Neckargaus in Heidelberg

1483: Kurfürst Philipp erläßt eine Centallmendordnung

1483: Spätgotischer Umbau der St. Vituskirche in Handschuhsheim. Niederlegung des nördlichen Seitenschiffes, Anlage einer Empore für die Nonnen des benachbarten Augustinerinnenklosters, gotischer Ostchor mit 5/8 Schluß

[1483: Anton Koberger in Nürnberg gibt eine illustrierte deutsche Bibel heraus]

[1483/1484: die Aristotelesausgabe des Mailänder Renaissancehumanisten Francesco Filelfo erscheint. Seitdem setzen sich die Anführungszeichen für wörtliche Zitate durch]

1484: der Philosoph Roelof Huysman (Rudolf Agricola) aus Friesland kommt nach Heidelberg (†1486)

1484/85: Konrad Celtis aus Wipfeld studiert Latein, Griechisch und Hebräisch bei Rudolf Agricola an der Universität Heidelberg

[1484: der Papst erläßt eine Bulle, die die Hexenverfolgung kirchenrechtlich legitimiert]

6./16. März 1485: der kurfürstliche Protonotarius Alexander Bellendörfer (†23. Juli 1512) legt im Auftrag von Kurfürst Philipp dem Aufrichtigen den Grundstein zu einem Neubau von sant Peter an der newen Kirche (bis ca. 1495 spätgotischer Neubau der St. Peterskirche als Hallenkirche ohne Stützen)

[22. August 1485: König Richard III. (*1452), der letzte englische König aus dem Haus Plantagenet, fällt in der Schlacht von Market Bosworth (Leicestershire). Damit endet die Epoche der "Rosenkriege", in der zwei Nebenlinien der Plantagenets, die Häuser York und Lancaster, einen jahrzehntelangen Machtkampf gegeneinander ausgetragen hatten]

1485: in Straßburg erscheint ein Holzschnitt aus der Werkstatt von Johann Prüss (1447-1510/16) mit der ältesten bekannten Darstellung Heidelbergs (mit zwei Burgen; heute: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Inc. Fol. 4081, Bl. XI; vgl. 1527)

https://www.heidelberg.de/site/Heidelberg_ROOT/get/documents_E-85108648/heidelberg/Objektdatenbank/47/PDF/47_pdf_leseprobe_schloss_hd_by_verlag-regionalk.pdf

1485: in Heidelberg erscheint Hugo de Prado Florido, Sermones de Sanctis (ältester datierter Heidelberger Druck?, vgl. 1472)

[1485: sogenannte Wasserfehde des Hans von Trotha (1485 Marschall der Kurfürsten von der Pfalz, † 26. Oktober 1503 auf Burg Berwartstein), der zunächst Stadt und Kloster Weißenburg das Wasser entzieht, indem er die Lauter aufstauen läßt, um dann den Damm einzureißen und der Stadt eine gewaltige Überschwemmung zu bescheren]


[1485: Johann Grüninger gibt in Straßburg die zehnte deutsche Bibel heraus. Sie ist als erster deutscher Bibeldruck so handlich, dass sie sich zur persönlichen Lektüre eignet]


[1485: mit Heinrich VII. beginnt die Herrschaft der Tudors in England]

[1485: König Matthias Corvinus von Ungarn erobert Wien]

[1485: von Leone Battista Alberti (1404-1472) erscheinen in Florenz I dieci Libri dell`Architettura, das erste gedruckte Werk über das Bauwesen]

28. Oktober 1486: der friesische Philosoph Roelof Huysman stirbt in Heidelberg (bei den Barfüßern begraben)

1486: das Heidelberger Thurnierbuch und Ordnung des Jost Pirckhammer erscheint [Fälschung]

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/stahd_h106 (Heidelberg, Jost Pirckhammer, Heidelberger Turnierbuch Stadtarchiv, Heidelberg (?) 1886)

1486: Magister Stephan Knab von Zwiefalten und seine Ehefrau Kleserin von Heidelberg stiften die Schwabenburse in der Judengasse (heute: Dreikönigstraße 8/6/4; vgl. 1546)

[1486: Pico della Mirandola, Oratio de hominis dignitate erscheint]

25. Juni 1487: das Stift der Heiliggeistkirche verkauft die Plätze zwischen den Strebepfeilern der Kirche an die Stadt, damit sie dort Läden zum Brotverkauf durch den Stiftsbäcker einrichte

25. April 1487: Diether von Handschuhsheim stirbt im Krieg mit Lothringen und wird in der St. Vitus-Kirche begraben (vgl. 1431, 23. März 1483)

1487: Konrad Celtis wird von Kaiser Friedrich III. zum „Poeta laureatus“ gekrönt

[1487: Institoris und Jacob Sprenger geben den Malleus maleficarum, eine Zusammenstellung des Hexenprozeßrechts, heraus]

[1487/1488: Bartolomeo Diaz entdeckt das Cabo da boa esperanza]

21. Mai 1488: der Schriftsteller und Verleger Heinrich Knoblochtzer aus Straßburg druckt in Heidelberg Anglicus Bartholomaeus, De Proprietatibus Rerum. (Zehnte Ausgabe der ersten bedeutenden Enzyklopädie des Mittelalters)

1488-1534: Schwäbischer Bund

[1488: der Buchdrucker Johannes Petri gründet in Basel eine Buchdruckerei. Daraus entsteht später die Schwabe & Co. AG, Verlag und Buchdruckerei in Basel, der älteste noch bestehende deutschsprachige Verlag, angeblich das älteste Druck- und Verlagshaus der Welt]

26. März 1489: Besuch König Maximilians I. bei Kurfürst Philipp in Heidelberg

[1489: im Erbschaftsstreit zwischen Pfalzgraf Alexander von Pfalz-Zweibrücken (1462–1514) und seinem Bruder Kaspar (1458–1527) findet unter Vermittlung von Johann I. von Pfalz-Simmern (1459–1509) ein Sühnetag in Kreuznach statt, bei dem Kurfürst Philipp von der Pfalz auf eine Teilung des Erbes entscheidet]

14. Januar 1490: letzte Zusammenkunft des Kapitels der Kraichgauer Rittergesellschaft „Zum Esel“ mit 7 Rittern (vgl. 1496) http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_mit_dem_Esel

1490: studentische Unruhen, Seuche, Verlegung der Universität Heidelberg nach Speyer (?)

1490: erste Erwähnung des Gasthaus zum Hirsch (Hirschgasse)

1490?: Heinrich Knoblochtzer druckt in Heidelberg Der Doten Dantz

18. Mai 1490: der sog. Heidelberger Schützenbrief wird gefertigt (Ladebrief zum Schießen mit der Armbrust, angeblich ältestes überliefertes Dokument über die Heidelberger Schützen; 1928 im Stadtarchiv Nördlingen entdeckt)

[1490: die lombardische Adelsfamilie von Taxis baut im Auftrag König Maximilians I. für die Nachrichtenübermittlung des Hauses Habsburg einen regelmäßigen Postkurs von Innsbruck nach den Niederlanden]

1. Februar 1491: der Dichter Konrad Celtis gründet in Mainz die Rheinische Gesellschaft zur Pflege der humanistischen Studien („Sodalitas litteraria Rhenana“). Präsident: Johann Dalberg, Geschäftsleitung Heidelberg, Nebensitz Worms, Versammlungsorte: Mainz, Oppenheim, Nürnberg, Augsburg. Die Gesellschaft trägt wesentlich zur Festigung der Reputation Heidelbergs als eines der Zentren des Humanismus bei. Beendet 1517 mit Luthers Kirchenspaltung.

1491: Pfalzgraf Philipp verpfändet Ritter Engelhard von Neiperg die Burg Windeck (vgl. 1499)

nach 1491: das Heidelberger Schicksalsbuch entsteht in Regensburg http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg832

[1491-1504: Berthold von Henneberg, Kurfürst von Mainz, ist Vorsitzender des Kurfürstenkollegiums]

[2. Januar 1492: Eroberung Granadas durch die katholischen Könige. Ende der islamischen Herrschaft in Spanien]

[31. März 1492: Edikt von Granada der katholischen Könige Spaniens: Juden müssen sich entweder taufen lassen oder das Land verlassen]

[11. August 1492: Alexander VI. (Roderic Llançol i de Borja, italienisch Rodrigo Borgia; 1431-1503) wird zum Papst gewählt (bis 1503 )]

[12. Oktober 1492: Christoph Columbus erreicht Guanahani (San Salvador/Bahamas)]

[7. November 1492: vor den Toren der Stadt Ensisheim/Elsaß schlägt ein Meteorit in einem Acker ein. Er gilt als der älteste gesicherte und ausführlich dokumentierte Meteoritenfall Europas, von dem bis heute Material erhalten geblieben ist. Die erste Beschreibung dieses Naturschauspiels durch Sebastian Brant Ende 1492 erlangte große Verbreitung. Sein „Donnerstein von Ensisheim“ gilt als eines der ersten Flugblätter im heutigen Sinne. Vgl. Dürer, Melencolia, 1514]

1492: Turmvorhalle der St. Peterskirche vollendet

1492: Heinrich Knoblochtzer druckt in Heidelberg Tischzucht von Jakob Köbel (1460/1533) (Faksimile-Neudruck Berlin 1917)

1492: Kurfürst Philipp erlegt den letzten Bären in der Schwetzinger Hardt

[1492: Bauernerhebung im Allgäu]

[1493: Bauernaufstand des Bundschuh im Elsaß]

[1493: der Nürnberger Stadtphysicus Hartmann Schedel veröffentlicht seine Weltchronik, eine illustrierte Darstellung der Weltgeschichte in einer lateinischen und einer deutschen Fassung, gedruckt bei Anton Koberger in Nürnberg. Holzschnitte von Michael Wolgemut https://de.wikipedia.org/wiki/Schedelsche_Weltchronik]

[1493: Kaiser Friedrich III. stirbt. Sein Sohn Maximilian I. von Habsburg („der letzte Ritter“) römisch-deutscher Kaiser(-1519)]

[7. Juni 1494: Schiedsspruch von Tordesillas (Kastilien) des Papst Alexander VI. Abgrenzung der Interessensphären in der Neuen Welt zwischen Portugal und Aragon-Kastilien]

[1494: Sturz der Medici-Herrschaft in Florenz]

[1494: König Karl VIII. von Frankreich marschiert in Italien ein, um Unteritalien zu erobern - Verbreitung der aus Amerika eingeschleppten Syphilis in Europa]

[1494: der englische König Heinrich VII. schafft die letzten Reste irischer Eigenständigkeit ab]

1495: Reichstag zu Worms: Verkündigung des „ewigen“ Reichslandfrieden (Beseitigung des Fehderechts im Deutschen Reich), Einführung des Reichskammergericht als oberste Rechtsinstanz (Sitz in Frankfurt am Main) und des Gemeinen Pfennig (allgemeine Reichssteuer), jährlicher Reichstag

[1495: Graf Eberhard V. im Bart von Württemberg wird zum Herzog erhoben – Die Juden werden aus Litauen ausgewiesen]

1496: das Wormser Synodale (Visitationsbericht des Bistum Worms) bezeugt den hl. Valentin von Terni und St. Bartholomäus als Patrone der Wieblinger Kirche

1496: die Kraichgauer Rittergesellschaft „Zum Esel“ stiftet einen Altar in der Heiliggeistkirche (vgl. Wappenfries daselbst)

1496: Kurfürst Philipp verkauft den Katzenellenbogenschen Hof vor dem Markbronnertor an den Jägermeister Peter König (vgl. Derwein 1940, Nr. 375)

1496: in Kirchheim wird erstmals ein herrschaftlicher Schafhof genannt

[1496: Philipp der Schöne heiratet Johanna von Kastilien und Aragon (vgl. 1503)]

[1496/1497: Vertreibung der Juden aus Portugal]

31. Januar 1497: Aufführung der lateinischen Komödie Henno von Johannes Reuchlin durch Studenten im Hause Johann von Dalbergs (Wormser Hof, Hauptstraße 110)

1497: sagenhaftes Mahl des Kurfürst Philipp zu Heidelberg, bei dem ein 6 Meter langer Fisch serviert wird, der im Kaiserwoog zu Lautern gefangen wurde

[1497: der Genuese Giovanni Caboto erreicht in englischem Auftrag noch vor den Spaniern Nordamerika]

1498: Kurfürst Philipp gründet eine Juristenburse

1498: Herzog Eberhard II. von Württemberg wird wegen Mißwirtschaft von den Landständen abgesetzt und vertrieben und findet bei Kurfürst Philipp in Heidelberg Asyl (†1504 Schloß Lindenfels)

[13. März 1498: der böhmische Ritter Dalibor von Kozojedy wird in Prag zum Tode verurteilt und hingerichtet]

[20. Mai 1498: der Portugiese Vasco da Gama landet nach Umsegelung Afrikas bei Calicut an der Westküste Vorderindiens]

[23. Mai 1498: der Dominikaner Girolamo Savonarola wird in Florenz als Häretiker und Schismatiker gehängt und verbrannt]

[1498: der Reichstag zu Freiburg erklärt die Zigeuner für vogelfrei]

1499: Tod des Pfalzgrafen Otto II. von Mosbach. Die Oberpfalz fällt an die Hauptlinie Pfalz (siehe 1410, 1454, 1513)

1499: Burg Windeck ob Weinheim gehört dem Ritter Dieter von Handschuhsheim (vgl. 1491)

[1499: Schweizer oder Schwabenkrieg]

[1499: der venezianische Drucker Aldo Manuzio führt das erste Buch mit sukzessiv nummerierten Seiten ein]