Heidelberger Geschichtsverein e.V.

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Martin Luther

(1483-1546)

Bruder des Augustiner-Eremiten-Ordens, Doktor der Heiligen Schrift, Professor der Theologie

Oktober 1510: Rom

Oktober 1512: Promotion in Wittenberg, Bibelprofessur

1513: Turmerlebnis im Schwarzen Kloster zu Wittenberg (Römer 1, 17)

1515: Distriktsvikar des Ordens in Meißen und Thüringen

31. Oktober 1517: Luther veröffentlicht in Wittenberg 95 Thesen

Dezember 1517: Erzbischof Albrecht von Brandenburg zeigt Luther in Rom wegen Ketzerei an


9. April 1518: Luther bricht mit zwei Begleitern (Bruder Leonard Beier, Bote Urban) von Wittenberg zur Reise nach Heidelberg auf


10. April 1518: Leipzig


12. April 1518: Saalfeld


17. April 1518: die drei Männer erreichen zu Fuß Würzburg


19. April 1518: die drei Männer fahren mit der Kutsche über Tauberbischofsheim, Mudau und Mosbach nach Heidelberg


21./22. April-1. Mai 1518: Luther in Heidelberg

25.-27. April 1518 (Jubilate): Generalkapitel der (deutschen Reformkongregation der) Augustiner-Eremiten in der Schola artistarum in Heidelberg (etwa heutige Augustinergasse 7). Beteiligt u.a. Martin Bucer (*1491), Johannes Brenz (*1499), Johann von Staupitz (1460-1524), Johannes Lang

26. April 1518: Heidelberger Disputation. Martin Luther kommt als Abgesandter zum Generalkapitel seines Ordens zwecks Disputation seiner Ablaß-Thesen in die Schola artistarum. Luther ist Gast auf dem Schloß bei Pfalzgraf Wolfgang (1494-1558), Bruder Kurfürst Ludwigs V. http://625.uni-heidelberg.de/atlas/lp_luther.html

https://www.nordkirche.de/nachrichten/nachrichten/detail/heidelberger-disputation-als-martin-luther-die-jugend-begeisterte.html

15. Mai 1518: Rückkehr nach Wittenberg

1518: Philipp Melanchthon Professor des Griechischen an der kursächsischen Universität Wittenberg, engster Mitarbeiter Luthers

Juni 1518: Eröffnung eines Ketzerprozesses gegen Luther in Rom

Oktober 1518: Reichstag zu Augsburg. Kardinal Cajetan verhört Luther

1519: Philipp Melanchthon begleitet Luther zu den Leipziger Disputationen

15. Juni 1520: die Bannandrohungsbulle von Papst Leo X. gegen Luther ergeht

10. Dezember 1520: Luther verbrennt in Wittenberg die päpstliche Bannandrohungsbulle

1520: Martin Luther, An den christlichen Adel deutscher Nation. - Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche. – Von der Freiheit eines Christenmenschen

3. Januar 1521: der Papst exkommuniziert Luther

17./18. April 1521: Luther auf dem Reichstag in Worms. Er verweigert den Widerruf seiner Schriften („wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, dass sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“).Luther wird entlassen, jedoch nicht verhaftet, da ihm der Schutzbrief für 21 Tage freies Geleit zusichert. Er begibt sich am 25. April auf die Rückreise

4. Mai 1521: Luther wird bei Möhra „entführt“ und auf die Wartburg gebracht

8./26. Mai 1521: Wormser Edikt. Der Reichstag verhängt über Luther die Reichsacht. Er sei Ketzer, wer seine Schriften druckt, kauft, behält und liest, verfällt ebenfalls der Acht (nicht vollstreckt)

9.-16. März 1522: Luther hält in Wittenberg die „Invocavit-Predigten“ gegen die Spiritualisten. Er beendet den Bildersturm in Wittenberg ohne kurfürstliche Gewalt nur durch die Kraft seiner Argumentation

September 1522: in Wittenberg erscheint das von Luther übersetzte Neue Testament (einspaltig)

April 1525: Luther veröffentlicht die Schrift Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern, in der er der Obrigkeit empfiehlt, das Schwert zu gebrauchen

1524: Martin Luther, De servo arbitrio

4. Januar 1528: Mandat des Kaisers gegen die Täufer (Todesstrafe gegen Taufgesinnte)

27. September - 5. Oktober 1529: Marburger Religionsgespräch (Martin Luther, Martin Bucer, Ulrich Zwingli, Philipp Melanchthon, Justus Jonas. Keine Einigung in der Abendmahlsfrage) 

1529: Martin Luther, Kleiner und Großer Katechismus; Eine Heerpredigt wider den Türken (Die Christen sollen „mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... werden sie darüber erschlagen, wohlan ... selig und heilig sind sie ewiglich.“)

Januar 1530: neun Täufer werden im ehemaligen Kloster Reinhardsbrunn bei Gotha festgehalten und vom Gothaer Superintendenten Friedrich Myconius vernommen. Sechs von ihnen sind nicht bereit, ihren reformatorisch-täuferischen Standpunkt zu widerrufen und werden hingerichtet. Sie sind die ersten Täufer, die allein wegen ihres Glaubens unter einer lutherischen Regierung umgebracht wurden. Philipp Melanchthon verteidigt diese Hinrichtungen später in einem Brief an Myconius.

25. Juni 1530: auf dem Reichstag zu Augsburg wird die Confessio Augustana invariata (lutherisches Augsburger Bekenntnis mit Verdammung der Täufer, verfaßt von Melanchthon), im Namen von fünf protestantischen Reichsständen verlesen

1531: Philipp Melanchthon spricht sich in einem Gutachten für die Todesstrafe für „aufrührerische Täufer“ aus

1534: die deutsche Bibelübersetzung von Luther wird in Wittenberg gedruckt

12. August 1536: Christian III., König von Dänemark und Norwegen, läßt drei katholische Bischöfe verhaften, teils um den Widerstand gegen die Reformation zu brechen, teils um durch die Enteignung kirchlichen Vermögens seine Schulden begleichen. Martin Luther sendet seinen Glückwunsch an den König.

1537: Luther verfaßt die Schmalkaldischen Artikel für das nach Mantua ausgeschriebene Konzil. Auf dem in Schmalkalden (Bezirk Suhl) tagenden Konvent aller religionsverwandten Stände verliest Melanchthon sie nicht vor

1542: Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen

November 1883: Pflanzung der Luthereiche zum 400. Geburtstag des Reformators im Garten der St. Peterskirche

1. November 1917: Feier des Reformationsjubiläums der Universität Heidelberg. Festrede von Prof. Dr. Hans von Schubert („Die weltgeschichtliche Bedeutung der Reformation“) und Verkündigung der Ehrenpromotionen durch den Dekan der theologischen Fakultät Prof. Dr. Johannes Bauer

4. November 1917: Gedenkfeier der lutherischen Reformation mit der Reformationskantate von Johann Krüger (1688) und der szenischen Aufführung des Weihnachtsspiels „Das Gotteskind“ von Emil Alfred Hermann, zu der der Kirchenchor der Christuskirche die Musik stellt

15. April 1928: Eröffnung des Lutherhauses in Heidelberg (Kirchstraße 2; „Der Name Martin Luthers wird mit dem Hause für immer verknüpft bleiben“)  

31. Oktober 1983: auf dem Universitätsplatz (d.h. an der falschen Stelle) wird eine Gedenkplatte für Martin Luther in den Boden eingelegt („Martin Luther 1483-1546/ Zum Gedenken an seinen Aufenthalt im Kloster der Augustiner/ und an seine Heidelberger Disputation am 26. April 1518/ Im Lutherjahr 1983“)



>Lutherstraße (Neuenheim)

>Luthereiche im Garten der St. Peterskirche (1883)

>Lutherglocke der Kreuzkirche Wieblingen (1883)

>Lutherhaus (Bergheim, Kirchstraße 2, 1928)

>sog. Lutherhäuschen (Neuenheim, Elende Herberge, wohl 17. Jahrhundert, stand an der Stelle der evangelischen Johanneskirche, erhielt diesen Namen beim Luther-Jubiläum 1817, 1884 zerstört; Abb.: Theodor Verhas, 1836)

>Lutherkirche (Bergheim, 1966)

>Portraits in Glasfenstern (Melanchthonkirche Rohrbach, Peterskirche Altstadt, Christuskirche Weststadt, Friedenskirche Handschuhsheim)

>Gedenkplatte auf dem Universitätsplatz (1983)



Literatur:

Regina Baar-Cantoni, Martin Luthers Disputation in Heidelberg und ihre Breitenwirkung http://625.uni-heidelberg.de/md/kampagnen/625jahre/atlas/lp_luther.pdf

Norbert Bolz, Zurück zu Luther. Fink. Paderborn 2016

Joachim Conrad, "Luther ist in der Stadt". Die Heidelberger Disputation und ihre Bedeutung für den südwestdeutschen Raum, in: Bernhard H. Bonkhoff (Hg.), Die Anfänge der Reformation in der Pfalz. Beiträge zum 500. Jubiläum des Thesenanschlags. (Schriftenreihe des Stadtmuseums Kaiserslautern, Bd. 31). St. Ingbert 2016, S. 23-60

Ricarda Huch, Luther in Heidelberg, in: Kleine Geschichten aus Heidelberg, hg. von G. Rüber, Stuttgart o.J., S. 93ff.

Otto Jaeger, Die Flurnamen von Neuenheim. Heidelberg 1988, Nr. 586f.

Julius Köstlin, Martin Luther. Bd 1. 5. neubearb. Aufl., fortges. von Gustav Kawerau. Elberfeld 1903, S. 95 [Q 6786-10::1,5.AUFL. (5])

Kirchenrat D. Neu, Luther in Heidelberg, in: Heidelberger Neueste Nachrichten, 262, 9. 11. 1933, S. 4

Harald Pfeiffer, Martin Luthers Reise zur Heidelberger Disputation 1518. Heidelberg 2016 http://www.deutsch-blog.de/in-heidelberg-zuendete-luthers-funke/