Heidelberger Geschichtsverein

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Johann Wolfgang von Goethe

*28. August 1749 Frankfurt

22. März 1832 Weimar

Jurist, Dichter, Politiker

Ehefrau: Christiane Vulpius (Christiane von Goethe; 1765–1816)

1782 geadelt



1. Besuch in Heidelberg: 17. Mai 1775 (mit den Grafen Stolberg)

2. Besuch in Heidelberg: 17?.-20. Juli 1775 (mit den Grafen Stolberg)

3. Besuch in Heidelberg: 31. Oktober – 4. November 1775 (bei Dorothea Delph, Abreise nach Weimar)

4. Besuch in Heidelberg: 23. September 1779 (bei Dorothea Delph, 1728-1808, mit Prinz Carl August von Weimar, auf der Reise nach der Schweiz. Zeichnung des gesprengten Turms von der Brücke über den Burggraben aus)

27. Februar 1784: Die Neckarbrücke bei Heidelberg wird vom Eishochwasser weggerissen

1788: feierliche Brückenschlußsteinlegung der Carl-Theodor-Brücke

5. Besuch in Heidelberg: 4.-7. August 1793 (bei Johann Georg Schlosser, Farbenlehre)

6. Besuch in Heidelberg: 26. August 1797 (3. Reise nach der Schweiz; „Lob der Stadt“) (wohnt im Gasthaus "Zu den drei Königen", Hauptstraße 160, weil der "Goldene Hecht", Neckarstaden 66, besetzt ist)

27. August 1797: Goethe verläßt Heidelberg in Richtung Heilbronn und kommt durch Meckesheim


25. Dezember 1789: Goethes Sohn Julius August Walther von Goethe wird in Weimar geboren


6. Juli 1801: Goethe in Göttingen


November 1807: Clemens Brentano mit Achim von Arnim reisen nach Weimar, Treffen mit Goethe


4. August 1808: August von Goethe reist zum Studium nach Heidelberg

22. August 1808: August von Goethe kommt in Heidelberg an. Wohnt bei Familie Schweizer (heute Hauptstraße 223). Er studiert Jura (bis September 1809). Er schließt sich dem Corps Guestphalia (I) an. Es folgen drei weitere Semester an der Universität Jena.

16. November 1808: Achim von Arnim verläßt Heidelberg endgültig und besucht Goethe auf dem Heimweg nach Berlin

7. Besuch in Heidelberg: 24. August? – 8. Oktober 1814 (bei den Brüdern Boisserée, Hauptstraße 207/209). Hört Arabisch bei Professor Heinrich Eberhard Gottlob Paulus (1761-1851).

8. und letzter Besuch in Heidelberg: 20. September – 7. Oktober 1815 (bei den Brüdern Boisserée) Nach der Siegesfeier über Napoleon im Jahre 1815 besuchen Kaiser Franz von Österreich, Zar Alexander von Rußland, König Friedrich Wilhelm von Preußen, die Fürsten Metternich und Schwarzenberg, Freiherr von Stein, Hardenberg und viele andere Persönlichkeiten des öffentlichen und geistigen Lebens die Boisseréesche Galerie im Sickingen-Palais. Auch Goethe ist zweimal, 1814 und 1815, hier zu Gast. Ein Teil der "Divan"-Gedichte ist an diese Besuche geknüpft.

23. September 1815: die 30jährige Schauspielerin und Dichterin Marianne von Willemer weilt mit ihrem Ehemann in Heidelberg, Goldener Hecht (heute Holländer Hof, Neckarstaden 66). Treffen mit Goethe (25. September: Abschied für immer)

2. Oktober 1815: Goethe besucht in Begleitung der Gebrüder Boisserée und der Familie Daub in Kirchheim Pfarrer Johann Conrad Maurer (†1832)(Oberdorfstraße 1, ehemaliges ev. Pfarrhaus)


17. Juni 1817: August von Goethe heiratet in Weimar Ottilie von Pogwisch (1796-1872; drei Kinder: Walther, Wolfgang Maximilian, Alma)


August 1819: der West-östliche Diwan erscheint (1827 2., vermehrte Ausgabe)

1823: August von Goethe wird Geheimer Kammerherr am Weimarer Hofe


1825: der Advokat und Privatier kaiserlicher Rat Johann Friedrich Heinrich Schlosser (1780-1851), Freund Goethes, und seine Frau Sophie du Fay aus Frankfurt am Main erwerben das ehemalige Kloster Neuburg, wo sie die Sommer verbringen. Schlosser baut das Gebäude zu einem Treffpunkt für Literaten, Musiker und Kunstfreunde aus. Er besitzt eine umfangreiche Bibliothek und eine Sammlung von Erinnerungsstücken an Goethe (der Neuburg nie betritt).


14. Juni 1828: Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach stirbt auf Schloß Graditz bei Torgau


Ende April 1830: Julius August Walther von Goethe reist mit Johann Peter Eckermann nach Italien


26./27. Oktober 1830: Julius August Walther von Goethe stirbt in Rom an Pocken (wird auf dem protestantischen Friedhof nahe der Cestius-Pyramide begraben)





30. Oktober 1899: städtische Feier des 150. Geburtstages Goethes (28. August 1899) im städtischen Saalbau in Gegenwart IKH des Großherzogs Friedrich und der Großherzogin Luise von Baden. Festrede von Geh. Rat Kuno Fischer: "Goethe und Heidelberg"

14. Dezember 1899: der Germanist Prof. Max Freiherr von Waldberg (1858-1938) hält für die Jahresversammlung des Schloßvereins den Vortrag "Goethes Zeichnung des gesprengten Schlossturms in Heidelberg"



>Goethestraße (Weststadt)

>Kolossaler Kopf aus Gips von Pierre-Jean David dit David d`Anger (1788-1856; modelliert 1829, Musée d'Orsay, Kopie seit 1987 im Schloßgarten) http://musees.angers.fr/collections/uvres-choisies/galerie-david-d-angers/david-d-angers-goethe/index.html

>Goethebank im Schloßgarten (Muschelkalkstein, Plan: Franz Kuhn, 1922. In der Rückenlehne Reliefmedaillon eines Wiedehopfes)


>Gedenktafel Heidelberg-Kirchheim, Oberdorfstraße 1 (ehemaliges ev. Pfarrhaus)


>Tafeln am Haus Hauptstraße 207-209:


In diesem Hause befand sich
von 1810-1819 die beruehmte
Sammlung altdeutscher Gemaelde der
Brueder Sulpiz und Melchior
Boisserée


In diesem Haus hat Goethe
als Gast der Brueder Boisserée 
vom 24. September bis zum 9. October
1814 und vom 21. September
bis zum 7. October 1815 gewohnt







Literatur:

Erwin Ackerknecht, Heidelberg im Leben Goethes. Heidelberg 1949

Albert Becker, Tragik in Goethes Geschlecht. Heidelberger Erinnerungen um des Dichters Sohn und beide Enkel, in: ZGORh 97, 1949, S. 341

Thomas Berger, Fritz Schlosser und Stift Neuburg bei Heidelberg, in: Helmut Hinkel (Hg.), Goethe-Kult und katholische Romantik. Fritz Schlosser (1780-1851). Mainz 2002

Elisabeth Binder, Im Prinzip Liebe: Goethe, Marianne von Willemer und der West-östliche Diwan. Ditzingen 2019 (Rez. in RNZ 17. 8. 2019, Magazin S. 6)

Oswald Damann, Marianne von Willemers letzter Besuch in Heidelberg, in: Hermann Eris Busse (Hg.), Heidelberg und das Neckartal. Badische Heimat, Zeitschrift für Volkskunde, Heimat-, Natur- und Denkmalschutz, 26. Jg., Jahresband 1939, Freiburg 1939, S. 260-262

Johann Wolfgang von Goethe, Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. 3 Bde. Cotta, Stuttgart u. Tübingen 1811–1814

Goethe und Heidelberg. Unter Mitarbeit von Richard Benz ... hg. von der Direktion des Kurpfälzischen Museums. Heidelberg 1949 [G 6043-19-30]

Helmut Hinkel (Hg.), Goethe-Kult und katholische Romantik. Fritz Schlosser (1780-1851). (Neues Jahrbuch für das Bistum Mainz, Beiträge zur Zeit- und Kulturgeschichte der Diozöse Sonderbd.). Mainz 2001 http://www.bistummainz.de/bm/dcms/sites/bistum/bistum/ordinariat/dezernate/dezernat_Z/publikationen/Jahrbuch/2001-2/index.html

Maximilian Huffschmid, Goethes Heidelberger Freundin Dorothea Delph und ihre Angehörigen, in: NAGHeidelberg 11, 1924, S. 245-296

Emilie Keller, Goethe und das Vorbild seiner Suleika. Leipzig 1876

Ursula Kern, Vom Genuss `am Austausch der Gedanken´. Marianne von Willemer, Sophie Schlosser und das kulturelle Leben auf Stift Neuburg, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein, Jg. 15 (2011), S. 195-214

Enno Krüger, Friedrich und Sophie Schlossers Kunstsammlung auf Stift Neuburg, in: Heidelberg. Jahrbuch des Heidelberger Geschichtsvereins 25 (2021), S. 179-190


Karl Lohmeyer, Goethe im Kirchheimer Pfarrhaus, in: NAGHeidelberg 11, 1924, S. 184-185

Hermann Luckenbach, Die Stadt Heidelberg in Goethes Tagebuch vom Jahre 1797, in: Mein Heimatland, 11. Jg., 1924, S. 49-54

Julie Mayer, Kinder- und Jugenderinnerungen. Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. E. Pietsch, Direktor d. Gmelin-Inst. f. Anorgan. Chemie u. Grenzgebiete in d. Max-Planck-Ges. z. Förderung d. Wiss., aus Anlass seines vierzigjährigen Dienstjubiläums am 1. April 1965 [Bearb.: M.-L. Lenz ...]. Als Ms. gedr. Frankfurt 1965 [Universitätsbibliothek Heidelberg], S. 6f. (Goethe in Kirchheim)

Georg Poensgen, Die Begegnung Goethes mit der Sammlung Boisserée in Heidelberg. Sonderdruck aus "Ruperto-Carola" Bd. 27. Heidelberg 1960

Gerhard Schmidt, Die Krankheit zum Tode. Goethes Todesneurose. Stuttgart 1968

Franz Schneider, Ein Bericht über Goethes Heidelberger Besuch im Herbst 1814, in: NAGHeidelberg 11, 1924, S. 180-183

Hans Christoph Schöll, Die „politica Delphin“, in: Goethe und Heidelberg (hg. von der Direktion des Kurpfälzischen Museums), Heidelberg 1949, S. 68-81

Friedrich Strack (Hg.), 200 Jahre Heidelberger Romantik. Mit Beiträgen zahlreicher Fachwissenschaftler. (Heidelberger Jahrbücher. 51/2007). Berlin, Heidelberg 2008

Jörg Tröger, Genialisch wie sein Vater ist er ja nicht. Vor 200 Jahren studierte August von Goethe in Heidelberg, in: RNZ, 24. 1. 2009

Verzeichnis des heutigen Bestandes der Sammlung Boisserée, in: Goethe und Heidelberg. Hg. von der Direktion des Kurpfälzischen Museums. Heidelberg 1949, S. 185-193

Max von Waldberg, Goethe und das Volkslied. Berlin 1889

Max von Waldberg, Goethes Zeichnung des gesprengten Schloßthurms in Heidelberg, in: Mittheilungen zur Geschichte des Heidelberger Schlosses. Hrsg. vom Heidelberger Schloßverein, Band IV, Heft 2. Heidelberg (Karl Groos) 1896


[Marianne Willemer], Das Stammbuch der Marianne Willemer (hg. von Kurt Andiar). Frankfurt, Leipzig 2006

Gero von Wilpert, Goethe-Lexikon. Stuttgart 1998



Links:

http://www.uni-heidelberg.de/press/news/pm990803.htm (Goethe und Heidelberg, Goethes Farbenlehre, Ausstellungen in der Universitätsbibliothek Heidelberg)

http://www.heidelberg.de/stadtblatt/stbl1599/kultur.htm (Goethe in Heidelberg)

http://ruprecht.fsk.uni-heidelberg.de/ausgaben/59/ru05a.htm#Heading38a (Goethe in Heidelberg)

http://gutenberg.spiegel.de/arnimb/goethe/goet2006.htm (Bettine, Creuzer, Schlosser u.a.)

http://ora-web.swkk.de:7777/goe_reg_online/regest.vollanzeige1?id=5805 (Nachrichten über Angehörige des Hauses Baden in Briefen an Goethe)