Heidelberger Geschichtsverein

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Georg Matthaeus Gattenhoff

*1722 Münnerstadt (Franken)

22. August 1722 getauft

†16. Januar 1788 (in der Franziskanerkirche Heidelberg beigesetzt)

Arzt, Anatom, Physiologe, Botaniker

Professor der Medizin und der Botanik

Vater: Goldschmied

17838: stud. Medizin an der Universität Würzburg. Lizenziat der Medizin.

Schüler von Victor Albrecht von Haller

1748: Stadtarzt in Gernsheim (Kurmainz)

1749: Stadt- und Landphysikat in Bruchsal unter Kardinal Franz Christoph von Hutten, Fürstbischof von Speyer (1743–1770)

1750: Heidelberg. Lehrstuhl der Anatomie. Lehrer von Johann Peter Frank (1745-1821), der zeitweise auch bei ihm wohnt. Von ihm holt er sich die Grundlagen für seine späteren Vorschläge zur Reform des Arzneimittelwesens. Frank sagt über seinen Lehrer Gattenhof: „Er ist ein gelehrter und vortrefflicher Mann, zu dem ich volles Vertrauen habe, weil er nicht nur zu unterrichten weiß, sondern seine Schüler auch noch freundschaftlich berät”.

1767: legt auf dem Heckemarkt (später Wredeplatz) für die Universität ein Arboretum an

1788: Nach seinem Tod setzen seine dritte Frau und seine Kinder ihm im Arboretum am Heckemarkt ein steinernes Denkmal („Trauernde Flora“ von Konrad Linck), 1835 in den Botanischen Garten (später: Reichspost, Rohrbacher Straße) versetzt, 1875 in den südlichen Teile des Friedhofs der Peterskirche. Inschrift:

Dem Geiste G. M. Gattenhofs, Arzt und Verbesserer dieses Gartens, gerühmt, beliebt, betrauert [recto]

Aus ehelich- und kindlicher Liebe [verso]

(abgebildet in: Semper Apertus. Sechshundert Jahre Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1386-1986. Festschrift in sechs Bänden. bearb. von Wilhelm Doerr, Bd. 6. Die Gebäude der Universität Heidelberg: Tafelband. Berlin, Heidelberg, New York 1985, S. 218)



Veröffentlichungen:

Georg Matthäus Gattenhof, De medicorum in republica necessitate in genere non / Georgius Matthaeus Gattenhoff. – Heidelbergensis. 1769 [Universitätsarchiv Heidelberg: VII BE 3]

Georg Matthäus Gattenhof, Sämtliche akademische Werke. Zusammen getragen und in deutscher Übersetzung herausgegeben von Joh. Andreas Jakob Varnhagen. Düsseldorf 1795

Georg Matthäus Gattenhof, Stirpes agri et horti Heidelbergensis ordine Ludwigii, cum characteristibus Linnaeanis, Hallerianis aliorumque in usus nostrates academicos. Heidelberg 1782



Literatur:

ADB Bd. 8, S. 409

Frieda Dettweiler, Das Gattenhof-Denkmal zu Heidelberg von Konrad Linck, in: Mannheimer Geschichtsblätter 34. Jg., H. 11-12, 1933, S. 181-188

Adolf Oechelhäuser (Bearb.), Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Heidelberg. (Die Kunstdenkmäler des Großherzogtums Baden, Bd. VIII, 2) Tübingen 1913, S. 196

August Steinberger, Georg Matthäus Gattenhof. Ein Heidelberger Gelehrtenleben im 18. Jahrhundert, in: Heidelberger Neueste Nachrichten Nr. 38 vom 14. 2. 1931

Eberhard Schöll, Ein vergessenes Werk von Konrad Linck, in: Heidelberger Fremdenblatt, Ausgabe 8, 2. Juliheft, 1959; S. 6

Ludwig von Rogister, Die Gattenhoff - ein altes Münnerstadter Geschlecht, in: Gelbe Blätter. Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde [BBLF] (Herausgegeben vom Bayerischen Landesverein für Familienkunde e. V., Ludwigstraße 14/I, 80539 München), alte Reihe, Bd. 4, Heft 4-6, Jg. 1932, S. 33-43

Semper Apertus. Sechshundert Jahre Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1386-1986. Festschrift in sechs Bänden. bearb. von Wilhelm Doerr, Bd. 6. Die Gebäude der Universität Heidelberg: Tafelband. Berlin, Heidelberg, New York 1985, S. 218

st. [August Steinberger], Ein Denkmal auf Wanderschaft. Das Gattenhof-Denkmal kommt in den Botanischen Garten, in: Heidelberger Neueste Nachrichten, Nr. 189 vom 15. 8. 1935