Heidelberger Geschichtsverein e.V.

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Max Berk


* 14. November 1907


† 31. März 1993 Mannheim


Fußballspieler, Gründer des Modeunternehmens Betty Barclay


Mitglied der NSDAP


Vorsitzender und Präsident des Tennis-Club Schwarz-Gelb Heidelberg


Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg


Träger der Großen Universitätsmedaille der Universität Heidelberg


Mitglied des Stiftungsrats der Wilhelm-Lorch-Stiftung, in der er sich für die Nachwuchsförderung der Textilbranche einsetzt


Juli 1938: Max Berk kauft im Zuge der „Arisierung“ günstig die Mannheimer Wäschefabrik Eppstein & Gerstle der Fam. Zwang, in der er selbst Lehrling gewesen war. Stiller Gesellschafter wird der Dozent Walter Schmidt (1901-1938) aus Heidelberg, 1935 Nachfolger des entlassenen jüdischen Arztes Albert Fraenkel (1864-1938). Max Berk stellt die Produktion auf Damenbekleidung um.


1945: Berk lanciert in Heidelberg eine Damenkollektion unter dem Namen Berk


1952: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland


1955: Berk reist in die USA und stößt dort auf die Werbefigur Betty Barclay, eine junge Frau mit Pferdeschwanz und Petticoat. Berk kauft von der US-amerikanischen Jonathan-Logan-Gruppe die Vertriebsrechte für Europa an der Marke Betty Barclay und gründet die Betty Barclay Kleiderfabrik GmbH in Heidelberg.


1. August 1956: die Erben der Fam. Hochherr verkaufen das Grundstück der Tabakwarenfabrik in der Kaiserstraße 78 an die Fa. Betty Barclay


1966: Ehrenbürger der Gemeinde Nußloch


1977?: Verdienstkreuz I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland


1978: Berk kauft in Ziegelhausen die alte evangelische Kirche (Brahmsstrasse) und eröffnet darin das Museum Textilsammlung Max Berk, das seit 2002 zum Kurpfälzischen Museum Heidelberg gehört.


1982: Berk zieht sich aus der Geschäftsführung zurück und übergibt sie an seinen Schwiegersohn Jürgen H. Winter.


1993: Richard-Benz-Medaille für Kunst und Wissenschaft der Stadt Heidelberg. ("In dankbarer Würdigung seiner Verdienste um Heidelberg verlieh Oberbürgermeisterin Beate Weber die Richard-Benz-Medaille an Max Berk. Mit der Gründung des Textilmuseums in Ziegelhausen habe er sich als Wegbereiter und Förderer der Textilkunst bleibenden Verdienst erworben. In seiner Persönlichkeit verbinde sich eine erfolgreiche Tätigkeit als Unternehmer der Modebranche mit der Liebe zur textilen Kunst. Mit dem Namen „Betty Barclay“ sei Heidelberg dank Max Berk weltweit als Stadt jugendlicher und kreativer Mode bekannt geworden, meinte die Oberbürgermeisterin bei der Verleihung.")


Max Berk ist langjähriger Vorsitzender und Präsident des 1928 gegründeten Tennis-Club Schwarz-Gelb Heidelberg. Er baut für den Club Anfang der 1950er Jahre unter anderem die erste reine Tennishalle Deutschlands.




>Max-Berk-Stadion (Nußloch)


>Max-Berk-Straße (Nußloch)




Literatur:


Gunhild Freese, Der sanfte Diktator, in: Die Zeit. 24. Mai 1974


Max Berk, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. April 1993


Betty Barclay - Geschichte, in: bettybarclay.com


ausgeplündert – deportiert – ermordet, in: Rhein-Neckar-Industriekultur e.V.


Eppstein & Gerstle, Wäschefabrik Mannheim, Käufer: Max Berk Heidelberg, in: landesarchiv-bw.de. 1938


Zur Erinnerung an Max Berk – Ehrenbürger der Gemeinde Nußloch. In: leimenblog.de. 17. November 2017


https://www.rhein-neckar-industriekultur.de/fotoalbum/ausgepluendert-deportiert-ermordet-13-10-2020