Heidelberger Geschichtsverein e.V. HGV

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Gebäude und Geländeteile auf dem Heidelberger Schloß und Garten

(siehe auch Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg (Hg.), Stadtkreis Heidelberg (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmale in Baden-Württemberg; Bundesrepublik Deutschland, Bd. II.5). Ostfildern 2013, I, S. 434ff.)


*=nicht realisiert bzw. abgegangen


Achteckturm, Achteckige Turm (siehe Glockenturm, Tour octogone; 35 Meter Höhe)

Altan (große Schloßaltan; la grande terrasse du château, 1583-1610 erbaut) Der Altan ist vom Friedrichsbau durch einen über 8 Meter breiten Zwischenraum getrennt, durch den der Burgweg von der Stadt führt. An den äußeren Ecken des Altans springen zwei offene Erker vor. Die Tür am westlichen Ende führt in den Raum des Großen Fasses.

Altangarten („Nordbatterie“; unterhalb des Altans) Hier ist ein bronzenes Geschützrohr ausgestellt, an dessen Mündung der Name „Le Coco“ eingegossen ist. Es wurde 1794 in Douai gegossen und möglicherweise bei der Niederlage der französischen Truppen bei Handschuhsheim 1795 erbeutet und als Siegestrophäe auf das Schloss gebracht.

Altanhalle (Burgweg, Unterbau unter dem Altan, diente der Aufbewahrung von Waffen, Munition, Versorgungsgütern und als Schutzräume für die Soldaten)



Alte Bau (15. Jahrhundert)

Alte Burg, Alte Schloß vgl. Obere Burg (Molkenkur) http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/molkenkurplan.htm

Alterthümerhalle (im Friedrichsbau, im Juli 1850 von Charles de Graimberg eröffnet)

Apothekerturm (Tour de l`apothicaire) Name von dem griechischen Wort „apotheca“ („Lagerraum“). Der Apothekerturm ist ein Flankierungsturm, der in der gleichen Zeit wie der Glockenturm und der Krautturm (Gesprengte Turm) (um 1490) errichtet wurde. Er wurde an die Außenfassade des Ludwigsbaus gestellt. Um 1600 wurde der Turm aufgestockt und zu einem Wohnturm umgebaut . http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/bauten/ostseite/index.htm



Äußere Burgtor (Haupteingang, 1528, mit Torhaus, 1716; vgl. Brückentorhaus)

Backhaus (vgl. Soldatenbau, Brunnenhaus)

Bäderterrasse (Höhere Terrasse, Sonnenterrasse) http://www.heidelberg.de/servlet/PB/menu/1163268_l1/index.html

*Ballhaus, neue (vgl. Merianstich von 1620)

Bandhaus (Frauenzimmerbau, Aile des dames; vgl. Derwein 1940, Nr. 293; vgl. Königssaal)

*Banketthalle

Batterie, große (Westbatterie, Stückgarten)

Batterie, kleine (Nordbatterie; Garten unter dem Altan)

*Baumschule (Friesenbergtal, Anfang 19. Jahrhundert)

*Belvedere (Fundamente nördlich der Scheffelterrasse)

Besucherzentrum mit Café und Toilettenanlagen am Schloß (eröffnet am 23. Februar 2012)



Bibliotheksbau (irrtümlich „Rudolfsbau“; spätere Benennung (17. Jh.) nach der Bibliothek, die angeblich hier untergebracht war. In Verbindung mit dem benachbarten Frauenzimmerbau im 16. Jh. auf der Westseite des Schloßberings erbaut. „Tafelstube“ für die kurfürstliche Herrentafel im ersten Obergeschoss. Bis in die oberen Stockwerke in Stein gewölbt, Mauern im Erdgeschoss drei Meter dick. Erker zum Hof im Obergeschoß. Als einziger Palast des Schlosses 1689 vom Brand verschont, 1693 zerstört.) http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/bibliobau1.htm



Bibliotheksturm

Botanische Terrasse (Obere Terrasse, Lange Terrasse) (vgl. Hauptterrasse, Palmaillespielbahn)

Brücke (über den Burggraben, 1508-1544 erbaut)

Brücken(tor)haus (um 1540, Maisonnette du pont)



*Brunnen mit 4 Fratzengesichtern aus Metall (in der Mitte des Knotenfeldes am Garteneingang der Hauptterrasse; Salomon de Caus, abgegangen)

Brunnenhaus (Halle du puits) schließt sich an den Soldatenbau an, unter Ludwig V. (reg. 1508-1544) erbaut. Vier frei stehende Monolithe und zwei an die Wand gelehnte Halbsäulen. Der Ziehbrunnen ist etwa 16 Meter tief und war vermutlich schon 1508 vorhanden. Sebastian Münster behauptet, die Säulen hätten in Ingelheim am ehemaligen Palast Karls des Großen gestanden und wären von Kurfürst Philipp (reg. 1476-1508) auf das Heidelberger Schloß gebracht worden.

Brunnenkammer

Brunnenstube in der Stützmauer zum Schloss-Wolfsbrunnen-Weg (17. Jahrhundert; 2010 archäologisch ergraben; vgl. Heidelberg. Jahrbuch des Heidelberger Geschichtsvereins Nr. 19 (2015), S. 187ff.)



Burggraben (Schloßgraben/Hirschgraben/Halsgraben, Grand fossé; Teil der Verteidigungsanlagen des Schlosses) Der Schloßgraben zeigt einen Ausschnitt aus der komplexen erdgeschichtlichen Entwicklung des Odenwaldes. Bedingt durch das Einschneiden des Neckars in die Buntsandstein-Ablagerungen und den Einbruch des Oberrheingrabens im Tertiär ist die Schichtenfolge bis hinab zum kristallinen Grundgebirge aufgeschlossen.



Burgweg (ehemalige Kanzleiweg)



Caponnières (Grabenwehr, Schießgruben; vor dem Wall)

Dicke Turm (la grosse tour; 1533 unter Kurfürst Ludwig V. zwischen Nordwall und Westwall erbaut, Durchmesser 26 m, Höhe 60 m, Mauerstärke 7 m. Ursprünglich fast vierzig Meter hoch, Gesamtdurchmesser 28 Meter. Kurfürst Friedrich V. ließ 1619 den oberen Teil des Turms in ein Theater umgestalten (Baumeister Peter Karl, Nürnberg). Bauinschrift: „LVDOVICVS COM(es). PAL(atinus). R(heni) ELEC(tor). DVX. BAVAR(iae). / MOLEM. HANC EXSTRUXIT. A(nno) C(hristi). MDXXXIII. / FRIDERICVS V. COM(es). PAL(atinus). R(heni) ELEC(tor). / S(acri). R(omani). I(mperii). VICARIVS. BAVAR(iae) DVX / AD. ZONAM. VSQ(ue). DESTRVXIT / REFECIT, FORNICIBVS. DISTINXIT / COENACVLI ATTITVDINI. II XXXIII. PED(es). ADDIDIT. / COLVMNAM. TOTIVS. TECTI. MOLEM. SVSTINENTEM / E. MEDIO. SVSTVLIT / IMMOTO. INCORRVPTOQVE TECTO / HAEC. MONVMENTA. POSVIT / A(nno). S(alutis) MDCXIX“. 1689 wurde die nördliche Mauerschale abgesprengt und stürzte zu Tal) http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/bauten/stueckgarten/turm.htm



*Eingangshaus (Eingang zum Schloßgarten)

Elisabethenpforte, Elisabethentor zum Stückgarten (Porte Elisabeth, Salomon de Caus, 1615, nach der englischen Prinzessin Elisabeth Stuart benannt. Inschrift: „FRIDERICVS V ELISABETAE CONIVGI. CARISS (IMAE) A(NN0). C(HRISTI). MDCXV. F(ACIENDUM). C(URAVIT“; vgl. Vogelhaus. Das Elisabethentor bildet den Eingang zum Stückgarten. Es ist neben dem Englischen Bau und dem Theater im Dicken Turm einer der Umbauten, die Friedrich V. zu Ehren seiner Gemahlin Elisabeth vornehmen ließ. Das Elisabethentor wurde im Stil eines Triumphbogens errichtet und ist das erste Monument des Barock auf dem Heidelberger Schloss. Die vier Säulen sind als Baumstämme dargestellt, um die sich Efeu rankt. Im Laub ist allerlei Getier versteckt: Frosch, Käfer, Schnecke, Eidechse oder Eichhörnchen.)



Ellipsentreppe vgl. Ovale Treppe

Engelswappen, Engelkramz (les jumeaux angéliques) Über dem Portal des Ruprechtsbaus befindet sich im Schlußstein das Engelswappen, wohl das Abzeichen des Baumeisters. Die Legende berichtet, dass hier die zwei Kinder des Baumeisters dargestellt sind, die bei den Bauarbeiten vom Gerüst fielen und zu Tode kamen. Allerdings handelt es sich bei dem Engeln mit dem Zirkel im Rosenkranz um eine Allegorie auf das "rechte Maß" als Regierungsmaxime des Kurfürsten und damit um ein allgemein verwendetes Motiv der Baukunst. Baumeister Madern Gerthener aus Frankfurt (*um 1365; †1430) zugeschrieben (Kopie der 1950er Jahre, Original im Obergeschoss).




Englische Bau (1612-1615; Aile anglaise; zwischen dem Dicken Turm und dem Faßbau. Benannt nach Prinzessin Elisabeth Stuart, „Winterkönigin“, Ehefrau von Kurfürst Friedrich V. Architekt unbekannt (Salomon de Caus, Inigo Jones?). Zwinger und Burggraben werden überbrückt und bieten so einem möglichen Feind bessere Angriffsmöglichkeiten. Letztes Großgebäude des Heidelberger Schlosses. Unterhalb des Baus verläuft die Rittertreppe) ttp://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/englischerbau1.htm



Erinnerungsstein (1681, Stückgarten, Am Friesenberg befand sich der Schießstand der kurfürstlichen Artillerie. Kurfürst Karl vergnügte sich häufig mit Schießen aus den Geschützen. Die Inschrift: „ANNO MDCLXXXI. DEN XXII JANUARI VON SCHLOS AUF DISEN ORT HAT WIEDER ALLES HOFFEN AUS STÜCKEN CHURFÜRST CARL MIT KUGEL KUGEL TROFFEN“ soll an eine Schießleistung des Kurfürsten am 22. Januar 1681 erinnern, der angeblich von zwei einander gegenüber aufgestellten Geschützen gleichzeitig Kugeln abfeuern ließ, die sich in der Luft trafen. Der Stein wurde später in den Stückgarten versetzt.)



Eselspfadturm (ehemaliger)



Faßbau (Aile du tonneau, spätgotisch, durch Johann Casimir 1589-1592 für das Große Faß errichtet. An den Königsaal angeschlossen) http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/fass00.htm

*Felsenbrunnen (Hauptterrasse, Salomon de Caus 1619, abgegangen)

Frauenzimmerbau (errichtet unter Ludwig V. um 1510. Hofstubenbau, Bandhaus, Aile des dames; mit Königssaal und Großem Keller; benannt nach den Wohnungen der Hofdamen. Nur noch das Erdgeschoss ist erhalten. Das zweite Obergeschoss war aus Fachwerk, die Fassade durch Erker geschmückt. Im 17. Jahrhundert wurde auf der Hofseite eine Schmuckfassade mit Säulen und Figuren aufgemalt. Im Erdgeschoss befand sich eine große Hofstube für die täglichen Mahlzeiten und Festlichkeiten (heute: Königsaal). Der Bau verlor nach Fertigstellung der Festsäle im Gläsernen Saalbau und im Ottheinrichsbau seine Rolle als Repräsentationsraum. 1689 brannte der Bau völlig nieder. Die ehemalige Hofstube diente später als Arbeitsraum für die Küfer, die am Großen Fass arbeiteten („Bandhaus“). Kurfürst Karl Theodor ließ die Ruine mit dem jetzigen Notdach versehen. In den 1930er Jahren wurde das Parterre wieder hergerichtet, am 24. November 1934 eingeweiht, nach Umbau am 16. Juni 2009 wieder eröffnet; vgl. Derwein 1940, Nr. 293)

Friedrichs(IV)bau (l`Aile de Frédéric IV; mit Schloßkirche, kurfürstlicher Wohnung, Torbau, Altan; erbaut unter Kurfürst Friedrich IV.1601-1609; Baumeister: Hofarchitekt Johannes Schoch, Stil: deutsche Renaissance) In die Hoffassade sind Statuen der Ahnen der Kurfürsten eingearbeitet. Bildhauer: Sebastian Götz aus Chur. (Zwerchgiebel: Karl der Große, Otto von Wittelsbach, Ludwig der Kelheimer, Rudolf der Stammler / Oberstes Vollgeschoss, vier gekrönte Wittelsbacher: Ludwig der Baier, Ruprecht I., Otto von Ungarn, Christoph von Dänemark / Mittleres Vollgeschoss, die Universitätsgründer Ruprecht I., Friedrich I., Friedrich der Weise, Ottheinrich / Unteres Geschoss: Friedrich der Fromme, Ludwig VI., Johann Casimir, Friedrich IV. Die Zwerchgiebel zeigen außerdem allegorische Darstellungen von Frühling und Sommer, Sinnbilder für die Vergänglichkeit alles Irdischen)

Die badische Regierung beauftragte 1893 den Architekten Carl Schäfer (1844–1908) mit der Wiederherstellung der einstigen Prunkräume. Das Gebäude erhielt ein neues Dach mit Zwerchgiebeln. Regionale Künstler schufen reich ornamentierte Holzdecken, Türgewände und Böden, angelehnt an den Renaissance-Stil. http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/bauten/friedrichsbau/index.htm http://www.goethezeitportal.de/wissen/topographische-ansichten/heidelberger-schloss-friedrichsbau-denkmalstreit.html



Friedrichs(II)bau (l`Aile de Frédéric II; vgl. Gläserne Saalbau)

Friesenberg, Friesental (Das Friesental östlich des Schlosses war mit in die Gesamtanlage einbezogen. 1750 wurde das Gebiet zum „Thier-Garthen“, wo Rehe und Hirsche ästen. Auf der Ostseite des Friesentals befindet sich das Karmelitenwäldchen. 1815-1827 ließ Universitätsgärtner Johann Metzger den Friesenberg mit Weinreben bepflanzen; vgl. Ziegelried; vgl. Derwein 1940, Nr. 201)


Fürstenbad

Fürstenbrunnen, obere (Fontaine des princes). Erbaut unter Kurfürst Karl Philipp, 1741. Über der Tür des Brunnenhauses sein Monogramm mit der Jahreszahl 1738. Inschrift an der rechten Seite des Treppenabgangs: „[DIreCtione] ALeXanDro BIbIena CVra et opera HenrICI Neeb Fons hIC PrInCIpaLIs reparat(Vs) PVrIor sCatVrIt“ Aus dem Chronogramm ergibt sich die Jahreszahl 1741)



Fürstenbrunnen, untere (Fontaine des princes). Erbaut unter Kurfürst Karl Theodor, 1767. Das Brunnenhäuschen, zur Ergänzung des Oberen Fürstenbrunnens angelegt, versorgte die kurfürstliche Residenz in Mannheim mit Trinkwasser. Auf Kurfürst Karl Theodor weist die lateinische Inschrift hin: „NOVA ET SANISSIMA CAROLI / THEODORI PATRIS PATRIAE / SCAT VRIG0 / A MATRE PATRIAE ELISABETHA / AVGVSTA IN NECTAR RECENS / SANITATIS PARITER. DESIGNATA“ Der in den Granit getriebene Schacht ist durch eine eiserne Tür verschlossen, über welcher folgende lateinische Inschrift zu lesen ist: „NATVRA SANVS. DIRECTIONE THOMAE BREYER CLARVS“ (Thomas Breyer war Brunnenmeister in Schwetzingen) Aus dem Chronogramm ergibt sich die Jahreszahl 1767.



Fürstenhäuschen

Gärtnerwohnung (am westlichen Schloßeingang)

Galerie (Kurfürst Friedrich V.)

*Gartenwirtschaft (um 1814 ursprünglich bei der großen Grotte, an die südliche Mauer und die große Treppe angelehnt (vgl. Alfred Starck, Graf Charles de Graimberg. Sein Leben und Wirken in Heidelberg. Die Restauration des Heidelberger Schlosses unter dem badischen Fürstengeschlechte. Heidelberg 1898, S. 44ff.). Am 30. August 1836 berichtet Johann Metzger an die Hofdomänenkammer, „daß der Großherzog beim Besuche des Schlosses schon zweimal das Unglück gehabt habe, vom Regen befallen zu werden und genöthigt gewesen sei, beidemal das Schloß zu verlassen, da kein Raum zum Aufenthalt vorhanden war.“ Er schlägt vor, „an der östlichen Grenze des ehemaligen ökonomischen Gartens, mitten im Schloßgarten, ein neues, leichtes Gebäude aufführen zu lassen...“ (Starck 1898, S. 45). Am 16. März 1837 beschließt das Finanzministerium den Neubau der Schloßwirtschaft und überträgt Metzger die „Akkordbegebung“. Sie wird auf der großen Terrasse nach den Plänen von Oberbaurat Heinrich Hübsch gebaut. Der ökonomische Garten verschwindet. Schon 1852 erweist sich die Wirtschaft „als mangelhaft, da die Küche zu klein, keine passende Aborte, vorhanden waren, Speisekammer, Platz für Holz fehlte...“ Starck 1898, S. 46)

Gefängnisturm vgl. Seltenleer


Gesprengte Turm (Krautturm, Pulverturm, La tour rompue) Das unterste Geschoß wurde als Pulvermagazin verwendet. 1693 von französischen Soldaten gesprengt, nachdem eine Minensprengung 1689 wirkungslos verpufft war. Ursprüngliche Höhe etwa 28 Meter, 1610 auf 42,50 Meter ausgebaut. Heute 33 Meter hoch.



Gewölbe, große (unter dem westlichen Ende der ehemaligen oberen Terrasse; vgl. Grotte)



Gewölbe, große halbrunde

Glacis (das Schloß umgebende Gelände)

Gläserne Saalbau (1547-55; „Nova Aula"; „Friedrich II.-Bau“; „Pavillon de Frédéric-Le-Sage“, Aile de la salle des glaces) (benannt nach dem mit venezianischem Spiegelglas verzierten Festsaal im zweiten Stock. Unter Kurfürst Friedrich II. errichtet. Zum Hof hin Renaissance-Arkaden, in den Arkadengängen spätgotische Gewölbe. Die Nordseite des Bauwerks ist schmucklos, die Ostseite ist mit einem kleinen gotischen Erker geschmückt. Kurfürst Karl Ludwig ließ nach dem Dreißigjährigen Krieg den Saalbau umbauen. Dabei wurden die Geschoßhöhen verändert und rundbogige Fenster in die Nordfront eingebaut. Die Gewände der ursprünglichen Fenster sind zum Teil in der Nordfassade noch sichtbar. Am 24. Juli 1764 schlug der Blitz zweimal hintereinander ein, der Saalbau brannte bis auf die Kellergewölbe aus. - 1897 wurde in der westlichen Wand des Saalbaus eine vermauerte frühgotische Fenstergruppe entdeckt, die auf eine Bebauung des Schlossareals in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hindeutet). 2011 sicherte die Bauverwaltung das erste, ausgebrannte Stockwerk durch ein gewölbtes Glasdach. Hier entstehen Flächen für Veranstaltungen. http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/glaesbau1.htm

Glöcknerhaus

Glockenturm (Tour-clocher; um 1490 als runder, eingeschossiger Artillerieturm erbaut. 1510/1515 unter Kurfürst Ludwig V. um zwei Stockwerke (Oktogon) ausgebaut, um Wohnraum zu gewinnen. Um 1538 legt er das Zeughaus vor den Glockenturm. 1603-1610 läßt Kurfürst Friedrich IV. ihn als Wohnturm ausbauen. Dafür wurde die alte Dachkonstruktion abgetragen, das Mauerwerk erhöht und ein Zeltdach aufgebracht. In dem laternenartigen Aufsatz des Turms hing eine Glocke, die weit hörbar war. In der Nacht auf den 25. Juni 1764 wird das Schloß durch Blitzschlag in den Glockenturm und nachfolgenden Brand zerstört, seither Ruine.) (Vgl. Hans-Martin Mumm, Tore, Türme, Tiere, Tafeln. Gestaltungen und Zeichen städtischer Selbstdarstellung. Zur Vor- und Frühgeschichte des Stadtmarketings, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein, Nr. 12/2008, S. 185) http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/bauten/ostseite/index.htm

Goethebank (Schloßgarten; Goethe-Marianne-Bank, Muschelkalkstein, Plan: Franz Sales Kuhn, 1922. In der Rückenlehne Reliefmedaillon eines Wiedehopfes. Inschriften: „Und noch einmal fühlet Hatem Frühlingshauch und Sommerbrand.“ - „Dort wo hohe Mauern glühen, finde ich den Vielgeliebten.“)



Goethe-Denkmal (Schloßgarten; Abguß einer Büste, die der Bildhauer David d`Anger 1829 in Weimar von Goethe gefertigt hat, am 5. Mai 1987 enthüllt. Inschrift auf dem Sockel:Auf der Terrasse hoch gewölbten Bogen war eine Zeit sein Kommen und sein Gehn.“)



Goethe-Gedenktafel (Stückgarten, 1961)

Großes Faß-Gebäude (vgl. Faßbau)

Grotte, kleine

Grotte, große (am südöstlichen Ende des Schloßgartens, Kurfürst Friedrich V.; vgl. Gewölbe)



Halsgraben (südlich der Schildmauer)

*Hasengarten (am Schloß, am Friesenberg; vgl. Derwein 1940, Nr. 293. 1508 erstmals erwähnt, ca. 60 qm, mit Küferhaus) Der spätmittelalterliche Burggarten lag außerhalb des Wallgrabens, war nach Norden hin von einer hohen Stützmauer umgeben und besaß zur Talseite zwei Ecktürme. In seiner Mitte befand sich ein achteckiges, zweistöckiges Gebäude, wahrscheinlich für Vogelkäfige und zur Taubenhaltung. Er war der Ausgangsgarten für den späteren Hortus Palatinus.



Hauptterrasse (Große Terrasse). Zu ihr gehört die sogenannte "Obere Terrasse" (Lange Terrasse, Botanische Terrasse). Beide waren durch breite Treppen mit einander verbunden. Das Nordende des Ostschenkels heißt heute "Scheffelterrasse"

Herrenküche (südlich des Ludwigsbaus, 1508-1544; früher „Alte Hofküche“)

*Herrentafelstube (im Bibliotheksbau, 1715 abgerissen)

Hirschgraben (Grand fossé; vgl. Burggraben)

Hirschgrotte

Hofküche (alte/neue) vgl. Ritterküche, Herrenküche

Hofstubenbau vgl. Frauenzimmerbau

Hortus Palatinus



Hühnerhaus, Hühnervogtei (erneuerte Hühnervogtei, ehemaliges Dienstgebäude unterhalb der Westbastion des Schlosses, seit 1660, 1782 zerstört. Stall, in dem die dem Kurfürsten abgelieferten als Abgaben eingesammelten Hühner (Kapaune) verwahrt wurden) (vgl. Kappenzins = ein Zins, der in Realabgaben von Hühnern bestand. Er war von Leibeigenen zu leisten oder lastete als Abgabe auf einem Grundstück). - Die heutigen Gebäude sind dem Verfall preisgegeben (2020))



Irrgartenterrasse vgl. Bäderterrasse

Jahreszeitenbeet

Jettenbühl, Geltenpogel (Standort der Schloßruine, 205 Meter über NN; vgl. Derwein 1940, Nr. 380; Bahlow 1965 S. 244)

Kabinette (Gemächer) (kleine obere Terrasse, Salomon de Caus)

Kaisersaal vgl. Ottheinrichsbau

Kaltetalturm (ehemaliger)



Kanonengang

Kanzlei, kurfürstliche (Schreiberhof, Kanzleigasse 1, ab 1464 am Burgweg erbaut, 1472 eröffnet, 1689/93 zerstört)

Kapelle (alt 1467 eingeweiht, neu 1601/09 im Friedrichsbau, erstes reformiertes Kirchengebäude in Heidelberg; vgl. Ruprechtinische Kapelle)



Karlsschanze („Fuchsloch“, mit dem Karlsturm dem Zeughaus vorgelagert, reiner Militärbau zur Sicherung des Nordtores, nach dem Dreißigjährigen Krieg an der Stelle des Ballspielhauses gebaut. Der Transport zum Schloss mit Fuhrwerken führt nun ausschließlich durch das Südtor.

Karlsturm (Carlsthurm, nordöstlicher Punkt des Schlosses, Militärbau, Geschützturm, 1683 mit der Karlsschanze unter Kurfürst Karl an der Stelle des Ballspielhauses errichtet, 1689 durch die französische Besatzung gesprengt, heute nahezu vollständig verschwunden)

Karmeliterwäldchen (Stadtwald, östlich des Friesenberg) vgl. Derwein 1940, Nr. 421

Kasematte mit Wasserleitung (Wasserkasematten, Casemates) Die auf den Gesprengten Turm zulaufende Sperrmauer ist eine doppelt gewölbte Galerie aus dem 16. Jahrhundert, deren Unterteil den Zugang zum Burggraben vom Friesental her abriegelt. Das Oberteil dient als Wasserleitung, die Wasser vom Königstuhl in das Schloß hinein leitet.



Kasematte, obere

Kasematte, untere

Kasematte, große

*Knotenfeld (am Garteneingang der Hauptterrasse, in der Mitte Säulenbrunnen mit Fratzengesichtern; Salomon de Caus, bis 1767)

Königssaal (Bandhaussaal, Salle royale; Untergeschoß des Frauenzimmerbaus, am 24. November 1934 eingeweiht, nach Umbau am 16. Juni 2009 wieder eröffnet; vgl. Derwein 1940, Nr. 293)



Krautturm („Gesprengter Turm“, Pulverturm, Tour de la poudrière; SO-Ecke der Schloßanlage, ursprüngliche Höhe ca. 30 m, Durchmesser 24 m, Mauerstärke 3,5 bis 6,5 m. Untergeschosse 15. Jahrhundert, achteckiger Aufsatz um 1600; 1693 gesprengt)

Ludwigs(V.)bau (Aile Louis, Wohnbau, 1524 durch Ludwig V. vollendet. Kurfürst Ottheinrich ließ den nördlichen Teil jenseits des Treppenturms abreißen, um Platz für den Ottheinrichsbau zu machen. 1764 durch Feuer zerstört; vgl. Strangkatzenspiel) http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/bauten/ludwigsbau/index.htm

*Lusthaus, Hohe Haus (von Salomon de Caus am nördlichen Ende der Hauptterrasse geplant, Arbeiten am Fundament 1619 abgebrochen. Kurfürst Karl ließ dort eine Redoute bauen, 1689 gesprengt, wieder aufgebaut, 1693 erneut zerstört).

Malteserschanze (nördlich der Großen Grotte)

Matthissontal (zwischen Pulverturm, Spitzkasematte und unterem Fürstenbrunnen; 1787; nach dem Dichter Friedrich (von) Matthison, der 1785 hier weilte)

Metzelhaus (zwischen Backhaus und Herrenküche)

Monatsblumengarten (Scheffelterrasse)

Musikpavillon (auf der Hauptterrasse, nördlich des Restaurationsgebäudes)

Neptunsbrunnen („Vater Rhein“; abgebildet bei Milan Chlumsky (Hg.), Das Heidelberger Schloß in der Fotografie vor 1900. Heidelberg 1990, S. 131)



Nordbatterie siehe kleine Batterie

Nord-Kasematte (1535 erbaut, verläuft zwischen dem Dicken Turm im Westen und dem Frauenzimmerbau im Osten, riegelt den Hirschgraben und den Stückgarten zur Stadt hin ab. Im frühen 17. Jahrhundert dient die Nord-Kasematte als Sockelbau für den sogenannten Englischen Bau)

Nordwall

Obelisk

Ökonomiegebäude („heidnisch Gebäu“; les communs, Wirtschaftsräume (Backhaus, Metzelhaus, Küche). Die Küche lag im Südosten des Schlosses und schloß an den Gesprengten Turm an)

Ökonomiegebäude, kleine

Ökonomischer Garten (Friesenberg, ehemaliger Hasengarten)

*Oktogon (Gartenhaus, Pavillon, 1771/73 von Oberstallmeister Freiherr von Oberndorff auf dem Nordflügel der großen Terrasse erbaut, um 1800 „Tanzhäuschen“ genannt, 1891 zerstört)

*Orangerie (unter Kurfürst Friedrich V. auf der Scheffelterrasse errichtet; vgl. Vogelhaus)

Ostzwinger (zwischen Ottheinrichsbau und Friesenberg)

Ottheinrichsbau („Palais Otto-Henry“, l`Aile d`Othon-Henri; „der heidnische Bau“; 1556 ff. erbaut) Baumeister: Hans Engelhardt, Entwurf von Peter Flötner, zweiter Baumeister: Caspar Vischer. Die nördliche Hälfte des Ludwigsbaus wird dafür abgerissen. Vier Geschosse, Fassade mit 16 allegorischen Figuren (Gestalten aus dem Alten Testament und der Götterwelt, römische Kaiser, Planeten) des Niederländers Alexander Colin. Im Innern Wohnräume, ein Audienzzimmer und ein großer Festsaal. Seinen Namen „Kaisersaal“ erhielt er offenbar, nachdem Kaiser Maximilian II. 1573 Heidelberg besucht hatte. http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/otth/index.htm



Ovale Treppe (Ellipsentreppe; kleine obere Terrasse, Kurfürst Friedrich V.; 1973 mit 13 statt der ursprünglichen 18 Stufen rekonstruiert)


Palmaillespielbahn (17. Jahrhundert; "Die Bergseite des Gartens begrenzte die Botanische Terrasse. Ursprünglich handelte es sich um eine Bahn für das Palmaillespiel." Baedeker 1992, S. 82)



Place d´armes (zwischen Wachtstube und Vogelhaus)

*Pomeranzenfeld, Pomeranzengarten (Salomon de Caus, 1619; vgl. Merianstich von 1620)

Pulverturm (vgl. Gesprengte Turm, Krautturm)

*Pyramidentreppe (abgebildet bei Matthäus Merian 1622, Realisation fraglich)



*Redoute (von Kurfürst Karl an der Stelle des von Salomon de Caus am nördlichen Ende der Hauptterrasse geplanten Lusthaus erbaut, 1689 gesprengt, wieder aufgebaut, 1693 erneut zerstört; vgl. Lusthaus)

*Restaurationsgebäude (auf der Hauptterrasse, vgl. Gartenwirtschaft, Schloßwirtschaft)

Retranchement (südlich des Dicken Turm)

Ringmauer oder Schloßwall (vom Englischen Bau bis an die Brücke)

Ritterküche (südöstlich des Ludwigsbaus)

Rittertreppe vgl. Englische Bau

Rondell (halbrunder Batterieturm mit Zinnenkranz und spitzem Dach, westlich am Stückgarten, 1528-1547 erbaut. Kurfürst Friedrich V. läßt den Vorsprung als Terrasse einebnen)



Rudolfsbau (irrtümliche Bezeichnung für den Bibliotheksbau)

Rupertinische Capelle (Ruprechtinische Kapelle; vgl. Bandhaus, Großes Faß-Gebäude) (vgl. Merianstich von 1620)

Ruprechtsbau (l`aile de Ruprecht; Erdgeschoß um 1400?) mit „Rittersaal“ (Obergeschoß durch Ludwig V. 1543). Der älteste erhaltene Bau im Schloss, seit dem 16. Jahrhundert dem Kurfürsten Ruprecht III. (als Ruprecht I. deutscher König von 1400 - 1410) zugeschrieben. Er stammt allerdings eher aus den Jahrzehnten nach dieser Zeit, sogar eine Datierung in die Zeit des Kurfürsten Friedrich des Siegreichen in der Mitte des 15. Jahrhunderts ist möglich. Das Gebäude lehnt sich an die Südwestecke der alten inneren Burgmauer an. Die Wappen in den Schlusssteinen des Gangs stammen aus der Zeit Ludwigs III. oder IV. (1410-36 bzw. 1437-49). Der Bau bewahrt in seinem Innern einen prachtvollen Renaissance-Kamin aus der Zeit Friedrichs II., ehemals im Obergeschoss, zu Beginn des 20. Jahrhunderts in das Erdgeschoss verbracht. Die Zweckbestimmung des Baus wird allgemein als "Palas" angegeben, doch lassen Lage im Hof und Größe allenfalls auf eine eher untergeordnete Aufgabe schließen.


http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/bauten/ruprechtsbau/index.htm



Sattelkammer (ursprünglich Remise, nach dem Dreißigjährigen Krieg für Stallungen sowie als Geräte-, Wagen- und Kutschenhaus benutzt. 1977/1979 renoviert, seitdem Cafeteria)



*Säulenbrunnen (gekrönt von einem steinernen Reichsapfel; in der Mitte des Knotenfeldes der Hauptterrasse; Salomon de Caus, bis 1767)

Scheffel-Gedenkstein (Scheffelterrasse, mit Bronze Medaillon, am 26. Juni 1976 gesetzt, gestiftet von der Burschenschaft Frankonia)



Scheffelerrasse (Name nach einer Bronzestatue des Dichters Joseph Victor von Scheffel, die 1891-1942 hier stand und dann eingeschmolzen wurde. - Am äußersten Ende der Scheffelterrasse, wo die Balustrade nach rechts abknickt, stand die Redoute. Hier wollte Salomon de Caus ein turmartiges Gebäude mit einer offenen Halle errichten. Man arbeitete noch am Fundament, als Ende 1619 die Arbeiten eingestellt wurden. Die Scheffelterrasse erstreckte sich zur Zeit von Salomon de Caus um 26 Meter (die Länge des Lusthauses) weiter als heute nach Norden. http://www.hortus-palatinus.de/

(Modell der 1960er Jahre)



Schilderhaus

Schildmauer (zwischen Soldatenbau und Halsgraben)

Schlachthaus (vgl. Metzelhaus)

Schloßbrücke (über den Burggraben, 1508-1544)

Schloßbrunnen (im Schloßhof)

Schloßgarten

(Salomon de Caus)



Schloßgraben vgl. Burggraben

*Schloßmühlen (2)

*Schloßwirtschaft (vgl. Gartenwirtschaft, Restaurationsgebäude)



Seltenleer (Gefängnisturm, Tour de la prison, Ludwigsturm, Südwestecke des Burggrabens, 1529 erbaut, Name seit 1603; äußerer Durchmesser etwa 10 Meter, ursprüngliche Höhe etwa 19,50 Meter, Mauerstärke 2,75 Meter)



Soldatenbau (Bâtiment des soldats) Wohnräume der Soldaten. Im Untergeschoß befand sich die Wachstube, darüber die Wohnräume der Soldaten. Hier war eine ständige Garnison von etwa 50 Mann für Wach- und Ehrendienste einquartiert.

Sonnenuhr



Spitzkasematte vgl. Caponnières

Springbrunnen

Strangkatzenspiel (unter dem Wappen am Ludwigsbau)



Stückgarten oder große Wall (Westwall des Schlosses, Rempart ouest; erbaut unter Kurfürst Ludwig V. um 1524ff. zur Aufstellung von Kanonen. Der Stückgarten bildet die Westterrasse des Schlosses. Indem Friedrich V. diesen Bereich in einen Lustgarten umwandeln ließ, schwächte er die Verteidigungskraft des Schlosses. Der Stückgarten, der nicht zum Hortus Palatinus gehörte, wurde erst im 19. Jahrhundert in die Gesamtanlage einbezogen. In der Höhe des Elisabethentors schloss ihn ein Vogelhaus gegen die Schlosszufahrt ab. Eine Allee lief auf den Englischen Bau zu, Zierbeete bedeckten die Gartenfläche. Als der Dreißigjährige Krieg auf Heidelberg übergriff, erwiesen sich die um das Schloß aufgeführten Terrassen als hinderlich für die Verteidigung. Oberhalb des Gartens wurden eiligst Wälle und Schanzen errichtet.)

Stückgraben

Tafelstube vgl. Bibliotheksbau

Terrassen (vgl. Obere Koniferen-Terasse, Mittlere Koniferen-Terasse, Untere Koniferen-Terasse, Säulenterrasse, Scheffelterasse, Hauptterrasse)

Tiergarten (Friesenberg)

Torturm („Riesenturm“, Uhrenturm, Warthturm, Tour du portail, 1531-1541, viereckig, Teil der Verteidigungsanlagen, unter Kurfürst Ludwig V. angelegt. Hauptzugang zum Schloss. Im Untergeschoss befindet sich ein lichtloser Raum, der oft als Burgverlies bezeichnet wird. In der mittleren Wölbung des Tordurchgangs befindet sich ein Aufzugsloch, das sich in den drei darüber liegenden Geschossen wiederholt. Diese Löcher waren nötig, um den Turmwächter, der im obersten Stockwerk des Turms wohnte, zu versorgen. Von der Sohle des Burggrabens gemessen 52 Meter hoch, Grundfläche von 12,50 Metern im Quadrat. Heute der höchste der Schlosstürme. Von der Befestigung sind noch ein dickes Eichentor mit einem Pförtchen (Nadelöhr) und die Spitzen des Fallgatters erhalten. 1689 griff das Feuer des brennenden Ruprechtsbaus auf das Dach des Turmes über und zerstörte es. Die Turmhaube wurde um 1716 aufgesetzt. Die Frontseite wird von den so genannten, 3,40 Meter hohen Torriesen sowie den Schild tragenden Löwen dominiert. Der angeblich silberne Wappenschild ist verschollen. Die beiden Rittergestalten werden auf 1534/1536 datiert. Die Brücke zwischen Torhaus und Torturm wurde 1693 von französischen Mineuren gesprengt und unter Kurfürst Karl Philipp mit Zugbrücke wiederhergestellt. Erst 1810 wurde die Zugbrücke aufgegeben und mit einem weiteren Brückenpfeiler eine feste Straßenverbindung geschaffen, deren Pfeiler aus dem zwanzig Meter tiefen Graben aufragen. http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/schloss/bauten/torturm/index.htm



*Treppe, alte große (1804 zerstört)

*Treppenhaus (am südöstlichen Ende des Schloßgartens)

Triumphpforte (Elisabethentor, Friedrich V.)

Turm, gesprengte vgl. Gesprengte Turm



Turm, runde kleine

*Turm, geplant, viereckig (Karmeliterwald, später Blockhaus, um 1685)

Uhrenturm (vgl. Torturm)



Untere Terrasse (Koniferenterrasse)

Vater Rhein vgl. Neptunsbrunnen, Wasserbassin

*Venusbrunnen (Salomon de Caus)

*Vogelhaus (Orangerie, Voliere; im Stückgarten neben dem Elisabethentor, 1615 unter Kurfürst Friedrich V. erbaut; ca. 1805 zerstört. Anfang des 18. Jahrhunderts bis zum Burggraben vergrößert unter Einbeziehung des Elisabethentors. Heute Reste an der westlichen Mauer sowie die Steinplatten im Boden. Die Genehmigung für den Abbruch der Orangerie wurde anläßlich eines Besuches des Kurfürsten im Jahr 1805 erteilt. Danach wurden der Stückgarten, der Schlossvorhof und der Terrassengarten zu einer Gartenanlage zusammengefasst und als öffentlicher Park für die Bevölkerung freigegeben.)



Vorwerk (am Dicken Turm)

*Wachthaus (im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört, 1718 durch ein rundbogiges Eingangstor ersetzt)


Wachtstube (1716; später Schloßkasse)

Wallgraben

Wasserbassin mit der Figur des Flußgottes Rhein

Wasserkasematte vgl. Kasematte mit Wasserleitung



Wendeltreppe, ehemalige

Westtor zur Schloßstraße



Westwall (1528-1547)

Westzwinger (zwischen Ruprechtsbau und Westmauer)

*Zeughaus, neue (vgl. Merianstich von 1620; vgl. Karlsschanze) (Zeug ist ein Ausdruck für Rüstung, später für Geschütze mit ihrem Zubehör. Das ehemalige Zeughaus war Teil der Wehrarchitektur und war die letzte fortifikatorische Ausbauphase des Schlosses. Es bildet den nördlichsten Punkt der Schlossanlagen und ragt als Bastion weit ins Neckartal hinein. In der Front des Zeughauses wechseln sich Kanonenscharten mit darüber liegenden Scharten für Handfeuerwaffen ab. Im Zeughaus wurden Waffen, Munition und Rüstungen aufbewahrt. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt das Zeughaus schwere Schäden durch Beschuß vom Heiligenberg auf der anderen Seite des Neckars. 1693 wurde das Zeughaus im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den Franzosen gesprengt. Anschließend wurde es wieder instand gesetzt. Im Jahr 1764 brannte das Zeughaus aus und wurde nicht wiederhergestellt.

Zeughaus, kleine (Stückgarten)

Ziehbrunnen unter der Säulenhalle